Die Hafenschule soll in den vergangenen Jahren – zusammen mit fünf anderen Wiesbadener Schulen – von einem 75 Mio. Euro-Programm profitiert haben. Das zumindest behauptet die CDU Wiesbaden bzw. deren Fachsprecherin für Schulpolitik, Claudia Spruch, in der aktuellen CDU-Werbebeilage „EI GUDE WI“.

Die Hafenschule als Profiteur eines Schulbauprogramms, dass die Rathausfraktion mit auf den Weg gebracht habe, klopft sich die CDU auf die Schulter. Nur: Hier in Schierstein, an der Hafenschule, merkt keiner was davon. Wo ist denn das viele Geld hingeflossen, von dem die Schiersteiner Grundschule angeblich schon in der Wahlperiode seit 2016 „profitiert“ haben soll? Die Hafenschule ist weder saniert noch erweitert worden in den vergangenen fünf Jahren. Das gilt übrigens genauso für die Erich Kästner-Schule, die allerdings im Werbeblättchen der CDU auch nicht genannt wird.

Haben wir in Schierstein was verpasst? Oder kann es wirklich sein, dass die CDU in Wiesbaden noch gar nicht gemerkt hat, dass das viele Geld aus dem Schulbau-Programm zum Teil „im Klo heruntergespült“ wurde mit den unterschiedlichsten Fehlplanungen für unsere Schiersteiner Schulen?

Denn richtig ist zwar, dass im Haushalt 2018/2019 für die „Hafenschule/E.-Kästner-Schule“ 650.000 Euro (für das Jahr 2018) und 750.000 Euro (für das Jahr 2019) jeweils als „Mietzuschuss“ bereitgestellt wurden, aus dem die Planungskosten für die Erweiterung und Sanierung beider Schulen finanziert werden sollte. Aber richtig ist auch, dass in der vergangenen Wahlperiode alle Planungen fehlgeschlagen sind. Wo ist da der “Profit” für die Hafenschule – und die EKS?

Ob die gigantische Summe von zusammen 1,4 Mio. Euro komplett aufgebraucht wurde, ist nicht öffentlich bekannt. Aber dass ein großer Batzen dieses Geldes sehr wahrscheinlich in den fehlgeschlagenen Planungen für die „Campuslösung“ steckt, dürfte sicher sein.

Ärgerlich, denn es ist nicht auszuschließen, dass diese Fehlplanungen vermeidbar gewesen wären. Denn schon Anfang 2018 mussten Zweifel bestehen, ob beide Schulen und eine Sporthalle auf das EKS-Gelände passen.

Der Grund: Seit 2018 existieren neue Anforderungen an die Raumprogramme von Schulen, aus denen sich offenbar ergibt, dass die Fläche des EKS-Geländes den Flächenbedarf für beide Schulen nicht deckt. Doch das hat die Stadt irgendwie “übersehen” und ist trotzdem in großangelegte, detaillierte Architektenplanungen für beide Standorte eingestiegen – die allerdings scheiterten.

Das ist eigentlich inzwischen überall bekannt. Nur bei der CDU Wiesbaden und deren schulpolitischen Fachsprecherin anscheinend nicht.