Wie Schierstein gewählt hat und wie das vorläufige Wahlergebnis aussieht …

… sind zwei ziemlich verschiedene Dinge.

Das „Trendergebnis“ – es berücksichtigt nur die „unverändert“ angenommen Stimmzettel, die ausschließlich mit einem Listenkreuz gekennzeichnet sind – sieht die CDU vorn mit 36,2 %, dicht gefolgt von der SPD mit 34,4 %, dann mit einigem Abstand die Grünen mit 17,3 %, die AfD als viertstärkste Partei mit 7,4 %. Danach erst folgen die Linke mit 3,3 % und die FDP mit 1,3 % der Stimmen.

Quelle: Votemanager

Komplett mit allen in Schierstein wählbaren Parteien und sortiert nach Wahlergebnis sieht dieses „Trendergebnis“ so aus:

Eigene Darstellung nach den Daten von Votemanager

Dieses Ergebnis bildet aber nicht ab, wie viele Schiersteinerinnen und Schiersteiner ihr Kreuz bei welcher Liste gesetzt haben.

Insgesamt gab es in Schierstein 2.017 unverändert angenommene Wahlzettel, also solche die nur mit einem Listenkreuz bei einer Partei versehen waren.

Diese Listenkreuze waren wie folgt verteilt:

  1. CDU 633 Wahlzettel
  2. SPD 601 Wahlzettel
  3. AfD 325 Wahlzettel
  4. Grüne 303 Wahlzettel
  5. Linke 97 Wahlzettel
  6. FDP 58 Wahlzettel

Das ergibt ein etwas anderes Bild vom Wahlverhalten, als es das Trendergebnis zeigt:

Eigene Darstellung nach den Daten von Votemanager

Wie kommt das? Grund für diese Abweichung ist, dass jeder Wähler und jede Wählerin bei der Wahl des Ortsbeirats Schierstein insgesamt maximal 15 Stimmen vergeben kann. Pro Kandidat werden dabei maximal 3 Stimmen gezählt. Wird nur eine Liste angekreuzt, bekommen nur die Kandidaten auf der Liste diese Stimmen. Hat die Liste nicht genügend Kandidaten (mindestens 5, denn 5 Kandidaten mal 3 Stimmen gleich 15 Stimmen), dann verfallen die restlichen Stimmen. Außer sie werden an andere Kandidaten anderer Listen vergeben. Das ist aber bei den hier in der Trendwahl gezählten Wahlzetteln nicht der Fall.

Bei der Schiersteiner Ortsbeiratswahl hatten nicht alle Parteien mindestens 5 Kandidaten auf ihren Listen. Das betrifft die AfD (2 Kandidat*innen), die Linke (3 Kandidat*innen) und die FDP (2 Kandidaten). Pro Kandidat werden maximal 3 Stimmen gezählt. Das bedeutet: Ein Listenkreuz bei AfD oder FDP brachte maximal 6 Stimmen für die jeweilige Liste. Bei der Linken waren es maximal 9 Stimmen. Nur CDU, SPD und Grüne konnten “das volle Potenzial” ausschöpfen und erhielten (dank genügend Kandidat*innen auf den Listen) die maximal erreichbaren 15 Stimmen pro Wahlzettel.

Die Ergebnisse sind ein erster Trend und diese Erläuterungen zu den Wahlzetten nur eine Einordnung, wie die politischen Präferenzen in Schierstein (tatsächlich) aussehen. Für die spätere Sitzverteilung im Ortsbeirat sind die Gesamtstimmen entscheidend. Erst nach der Erfassung der kumulierten und panaschierten Stimmzettel wissen wir genau, wie die Stimmverteilung für den Ortsbeirat im Detail aussieht.

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