4.140 Unterschriften zum Erhalt Wiesbadener Freiflächen sind erst der Anfang

4.140 Unterschriften und die bisherigen Stellungnahmen der Ortsbeiräte reichen der Wiesbadener Stadtpolitik noch nicht, um die Planungen zum Flächennutzungsplan zu verändern. Erst im nächsten Beteiligungsschritt sollen die dann vorgelegten Einwendungen Einfluss auf die politischen Entscheidungen nehmen. Das verspricht zumindest die neue Wiesbadener Planungsdezernentin.

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Stadtverordnete entscheiden über FNP-Vorentwurf - Petition für Freiflächenerhalt

In der Stadtverordnetenversammlung wird am 30. September 2026 über den Vorentwurf zum Flächennutzungsplan (FNP) entschieden. Aller Voraussicht nach wird dem Vorentwurf mehrheitlich zugestimmt - so wie schon zuvor im Umwelt- und im Planungsausschuss. In beiden Ausschüssen hatte – abgesehen von einem Statement der Linken – vor der Verabschiedung keinerlei inhaltlicher Austausch zum FNP stattgefunden. Das obwohl der FNP stark umstritten ist, da er bisher als Grün- und landwirtschaftliche Flächen geschützte Bereiche für eine Bebauung vorsieht. Darunter auch so große zusammenhängende Gebiete wie das Westfeld zwischen Schierstein und Dotzheim und das Ostfeld rund um das Fort Biehler.

Kurz vor der Sitzung überreicht Tatjana Wink, die eine Petition zum Erhalt von Freiflächen gestartet hat, mehr als 4.000 Unterschriften an Stadtverordnetenvorsteher Gerhard Obermayr.

Kernforderungen der Petition:

  • Kaltluftentstehungsgebiete und Frischluftschneisen konsequent erhalten.
  • eine möglichst lokale Trinkwassergewinnung für alle Einwohner*innen Wiesbadens sicherstellen.
  • alle landwirtschaftlichen Flächen erhalten und so die regionale Versorgung sichern.
  • günstigen Wohnraum schaffen, Leerstände vermeiden und die Ortskerne wiederbeleben, indem der vorhandene Gebäudebestand saniert, aufgestockt und umgenutzt wird.

Die Übergabe erfolgt am 30. September um 15.40 Uhr auf den Treppen zum Wiesbadener Rathaus. Leider ohne Kundgebung und Versammlung, da wegen der Sitzungswoche des Landtags eine Bannmeile gilt, die das Rathaus mit einschließt.

Mehr zur Petition gibt es hier: https://www.openpetition.de/petition/blog/wiesbaden-grund-zum-leben-luft-wasser-nahrung-wohnen/


Rückblick: Tödlicher Verkehrsunfall in Schierstein vor einem Jahr

Ein Jahr ist es nun her, dass ein erneuter tödlicher Verkehrsunfall im Bereich Rheingaustraße/Hafenweg für große Betroffenheit und Trauer in Schierstein sorgte. Eine Frau aus Mainz, die am 29. September 2025 an der Kreuzung Rheingaustraße/Äppelallee/Hafenweg mit ihrem Fahrrad unterwegs war, wurde so schwer bei einem Verkehrsunfall mit einem Kastenwagen verletzt, dass sie starb. Zum Unfallhergang schrieb der Wiesbadener Kurier damals:

"Laut Polizei wollte ein 47-jähriger Fahrer eines weißen Kastenwagens gegen 12 Uhr von der Rheingaustraße kommend nach rechts in die Äppelallee abbiegen. Beim Abbiegevorgang kam es zum Zusammenstoß zwischen dem Auto und einer Fahrradfahrerin. Die 50-jährige Radfahrerin wurde dabei zunächst schwerst verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort verstarb sie in der Nacht auf Dienstag."

Geisterrad und Unfallstelle an der mittleren Verkehrsinsel

Eine Woche nach dem tödlichen Unfall organisierte der ADFC eine Fahrraddemonstration und stellte an der Verkehrsinsel neben der Unfallstelle ein weiß lackiertes Fahrrad auf – ein sogenanntes "Geisterrad". Das Rad erinnert bis heute an den Unfalltod der Radfahrerin und soll auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machen.

Mahnwache an der Unfall-Kreuzung im Oktober 2025

Am 26. Oktober 2025 versammelten sich vor allem Menschen aus Schierstein zu einer von zwei ortsansässigen Bürgerinnen organisierten Mahnwache am Osthafen. Die Mahnwache galt vor allem der an der Kreuzung verstorbenen Frau, erinnerte aber auch an den Unfall, bei dem nur wenige Meter entfernt im Hafenweg im Juni 2021 eine weitere Radfahrerin ums Leben kam. Sie war damals auf ihrem Fahrrad von einem LKW erfasst worden und starb noch am Unfallort. Hier stand ebenfalls einige Zeit lang ein weißes "Geisterrad", das inzwischen entfernt wurde.

Unfallstelle Juni 2021

Die Organisatorinnen der Mahnwache beschrieben einen weiteren neuralgischen Punkt unmittelbar am Osthafen an der Kreuzung zwischen Hafenweg, Weg zur Bootsrampe und dem neuen breiten Fahrradweg in Richtung Biebrich. Hier sei der nächste Unfall schon vorprogrammiert, weil zum einen Tempo 50 erlaubt sei auf einem Weg, der stark von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird und andererseits für Ortsunkundige nicht ersichtlich sei, dass an dieser Kreuzung ein Fahrradweg ende.

 

Der Ortsbeirat Schierstein hatte sich zuvor in seiner  Sitzung am 1. Oktober 2025 im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall vom 29. September 2025 mit der Verkehrssituation in Schierstein beschäftigt und unter anderem beantragt:

  • den Kreuzungsbereich Rheingaustraße/Äppelallee/Hafenweg durch bauliche und technische Maßnahmen (insbesondere für Radfahrer und Fußgänger) sicherer zu machen,
  • in der Rheingaustraße eine Tempo-30-Regelung von der Reichsapfelstraße bis zur Schiersteiner Brücke einzurichten.
  • für die nächste Sitzung am 5. November 2025 das Radbüro einzuladen, um gemeinsam zu erörtern, welche Verbesserungen der Verkehrsführung möglich sind.

Zum Antrag geht es hier: https://piwi.wiesbaden.de/dokument/v/3553960

Eine öffentlich einsehbare Antwort der Verwaltung auf diesen Antrag gab es bis heute (29. September 2026) nicht.

In der Sitzung vom 5. November 2025 beantragte die AG Verkehr im Ortsbeirat:

für den Hafenweg Tempo 30 anzuordnen und im Kreuzungsbereich Hafenweg eine Aufpflasterung mit roter Fahrradwegmarkierung anzubringen.

Begründung: Der neu gebaute Fahrradweg endet direkt auf der Kreuzung des Hafenwegs. Für Fahrzeuge/LKW, die von der Rheingaustraße kommen, ist der neue Radweg, durch einen bewachsenen Zaun nicht einsehbar. Auch Radfahrer, von Biebrich kommend, können den Kreuzungsbereich vorher nicht einsehen. Die abgesenkte Bordsteinkante vermittelt aber den Eindruck weiter ungehindert geradeaus fahren zu können.Tatsächlich handelt es sich um eine Kreuzung bei der vier Teile des Hafenwegs und der neue Fahrradweg aufeinanderstoßen. Tempo 30 und eine deutliche Aufpflasterung zum Schutz der Fahrradfahrer und Fußgänger ist hier unbedingt nötig.

Die Antwort des damaligen Verkehrsdezernenten Andreas Kowol hierzu kam am 14. Februar 2026 und lautete:

Ich habe die mir zugeordneten Fachämter gebeten, in diesem Bereich aufgrund des hohen Fußverkehrsaufkommens eine Tempo 30-Zone zu planen und anzuordnen.

Das Tiefbau- und Vermessungsamt bewertet eine Aufpflasterung des Querungsbereiches der Radverkehrsverbindung im Hafenweg als keine dauerhafte und zielführende Maßnahme. Die Querungsstelle liegt im Kurvenbereich und in einem Abschnitt mit erhöhtem Schwerlastaufkommen, durch den Lenkvorgang wird dies zu Verschiebungen der Steine führen. Zudem verändert eine Aufpflasterung die Vorfahrtssituation nicht, sondern erhöht lediglich die Aufmerksamkeit des motorisierten Verkehrs auf querende Personen, vermittelt jedoch gleichzeitig dem Radfahrenden durch den optisch hervorgehobenen „Streifen“ eine Bevorrechtigung. Das Tiefbau- und Vermessungsamt wird prüfen, welche Maßnahmen dauerhaft zum Schutz von Rad fahrenden und zu Fuß gehenden Personen ergriffen werden können.

Änderungen an der Verkehrssituation hat es bislang weder im Hafenweg noch an der Deutung in der Rheingaustraße gegeben.

 

 

 


100 Jahre Eingemeindung: Schierstein im Wiesbadener Rathaus

„Zum 100. Jahrestag der Eingemeindung von Biebrich, Schierstein und Sonnenberg stellen sich Initiativen, Gruppen und Vereine aus den „hundertjährigen“ Stadtteilen im Rathaus-Innenhof vor.“

Mit diesen wenigen Worten kündigt die Stadt Wiesbaden die Feierlichkeiten am Stadtfest-Wochenende an. Bereits heute Abend, am Freitag, 25. September 2026, wird es einen Festakt nur mit geladenen Gästen geben – dem Vernehmen nach durften hierzu auch 20 Persönlichkeiten aus Schierstein eingeladen werden. Außerdem singen die Schierstein Shanty Singers.

Am morgigen

Samstag,
26. September 2026, dürfen dann von
11 bis 16 Uhr alle in den
Innenhof des Rathauses

kommen, um den 100. Jahrestag zu begehen. Die Storchengemeinschaft wird dort als Repräsentantin eines Schiersteiner Markenzeichens, der Störche, zu sehen sein. Außerdem „betreibt“ Schiersteins Ortsbeirat einen Marktstand unterstützt von Gemüsebau Emmelheinz aus dem Schiersteiner Westfeld.

Denn Gemüsegärtner und Landwirtschaft sind (noch) ein prägender Bestandteil Schiersteins. So hob auch der Eingemeindungsvertrag unter dem Punkt „Schonung ländlicher Interessen“ den „ländlichen Charakter“ Schiersteins hervor und hielt fest, dass „die landwirtschafttreibenden Bewohner von Schierstein nicht durch grossstädtische Polizeiverordnungen in ihrem Betrieb beeinträchtigt werden“ sollten.

Wer nachlesen möchte, was damals sonst noch so alles vertraglich vereinbart wurde, kann das hier tun:

Eingemeindungsvertrag Wiesbaden


Westfeld: Die Maracuja-Koalition muss jetzt Farbe bekennen

Westfeld. Jetzt muss die Koalition Klarheit schaffen. Die Rathaus-Koalition hat im Koalitionsvertrag versprochen: „Die Beplanung der Perspektivfläche West wird in dieser Wahlperiode nicht weiter verfolgt.“ Ein offener Brief der Aktionsgemeinschaft Westfeld erhalten fordert CDU, Grüne, FDP und Volt auf, diesem Satz auch Taten folgen zu lassen: Das Westfeld muss aus dem Vorentwurf des Flächennutzungsplans herausgenommen werden.

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Büros am Schiersteiner Osthafen

Laut einem Bericht im Wiesbadener Kurier könnte für die geplante Bürobebauung am Schiersteiner Hafen bald die Baugenehmigung erteilt werden.

Dazu veröffentlicht die Zeitung diese Visualisierung des Investors:

Fraglich ist, wo auf der Visualisierung der Bootskran geblieben ist. Oder der Zaun entlang der Hafenböschung. Interessant wäre auch die Projektansicht von der Hafenpromenade aus gewesen. Denn wer und von wo sieht man das Gelände so aus der Vogelperspektive?

Vielleicht mag der Investor das Projekt jetzt im Ortsbeirat vorstellen? Das Gremium ist ja inzwischen anders zusammengesetzt. In der vergangenen Wahlperiode hatte der Investor dem Ortsbeirat auf seine Einladung hin, das Projekt im Ortsbeirat und den Menschen in Schierstein vorzustellen, eine Absage erteilt.

Laut WK-Bericht gibt es nun immerhin folgende Neuigkeiten:

Spätestens im Januar 2029 sollen die Mieter für die Büros im ersten ganz östlich gelegenen Bauabschnitt einziehen. Das Gebäude soll etwas kleiner werden als zunächst geplant und sei fast zur Hälfte "vorvermietet".

Zu den anderen beiden Bauabschnitten gibt es diesbezüglich noch keine Infos - außer dass auch hierfür "Mieter und Eigennutzer" gesucht werden.

Bzgl. einer barrierefreien Durchwegung vom Hafen zum Ortskern, die der Ortsbeirat immer wieder gefordert hat, gibt es ebenso keine Neuigkeiten. Bisher existiert nur der nicht barrierefreie "Eiserne Steg" neben der SCHUFA, der für Rollstuhlfahrer jedenfalls nicht nutzbar ist.

Auch zu den Zusatzvereinbarungen, die im Zuge des Bebauungsplans von der Stadt beschlossen wurden, lässt sich nichts finden. Genannt sei hier nur:

  • das Projekt Osthafen dem Gestaltungsbeirat erneut vorzulegen, sobald eine konkrete Planung in Form eines zu stellenden Bauantrages für die Gebäude vorliegt.
  • gemäß der Stellungnahme des Umweltamtes weitere stadtklimatische Maßnahmen im unmittelbaren Umfeld des Plangebietes zu prüfen.
  • dem Umweltausschuss über die geplante energieeffiziente Bauweise und das Niederschlagsmanagement zu berichten, sobald ein Bauantrag für die Bereiche SO 2 und SO 3 vorliegt.

Was aber schon klar sei laut Wiesbadener Kurier:

Es werde einen "Weingarten" geben, der von dem Weingut betrieben werden soll, das diesen Sommer schon am Osthafen einen mobilen Weinstand und Biertische aufgestellt hatte.

Über die wasserrechtliche Genehmigung, die für den Bau neu beantragt werden muss, hatte Zukunft Schierstein schon am 12. August 2026 berichtet:

https://zukunft-schierstein.de/osthafenbebauung-genehmigungsverfahren-laufen/


Wasserqualität im Schiersteiner Hafen: Runder Tisch?

Wie geht’s weiter im Schiersteiner Hafen? Was kann die Stadt tun, um in den kommenden Jahren die Ausbreitung der Wasserpest und die negativen Folgen von Algenbelastungen und Niedrigwasser zu vermeiden?

Auf diese Frage hatte die AG Umwelt im Ortsbeirat Schierstein gestern zur Ortsbeiratssitzung am 19. August 2026 zunächst keine Antwort. Man warte noch auf Informationen zum Beispiel dazu, was beim Treffen der Stadt mit dem Regierungspräsidium und dem Wasser- und Schifffahrtsamt herausgekommen sei, berichtete Annette Schmitt (SPD) - Sprecherin der AG.

Das Treffen der Behörden hatte bereits Anfang Juli stattgefunden – weder Ortsbeirat noch Schiersteiner Vereine waren dazu eingeladen gewesen.

Das sei nur ein erster Termin gewesen, um sich „gegenseitig zu beschnuppern“ berichtete Ortsvorsteher Urban Egert (SPD), dem dies so zugetragen worden sei. Er selbst war ja ebenfalls nicht erwünscht bei diesem Termin.

Die SPD im Wiesbadener Rathaus habe aber inzwischen einen Antrag gestellt, dass die Gespräche unter Einbindung des Ortsbeirats und der betroffenen Vereine am Hafen in Form eines „Runden Tisches“ fortgeführt werden sollten. Man wolle außerdem eine externe wissenschaftliche Begleitung des Themas erreichen - auch auf Grundlage des im Auftrag des Ortsbeirats Schierstein erstellten Gutachtens des Unternehmens BluePlanet – , um echte Lösungsansätze für das Problem im Hafen zu finden.

Dieser SPD-Antrag wurde schon am Tag zuvor, dem 18. August 2026, im Umweltausschuss der Stadt besprochen und „durch Aussprache erledigt“ erklärt, wie Wilhelm Vogel (CDU) mitteilte.

Die Umweltdezernentin Christiane Hinninger (Grüne) habe gegen den Antrag eingewandt, dass das alles schon „laufe“ und eine Zustimmung zu diesem Antrag darum nicht nötig sei.

Im Ortsbeirat ist allerdings bislang noch nicht angekommen, dass es den gewünschten „Runden Tisch“ nun wirklich gibt oder weitere Fachleute eingebunden werden. Man wolle daher nun nachfragen und das Umweltamt demnächst zur Ortsbeiratssitzung einladen, damit es erläutern kann, was der aktuelle Stand ist.


Hafenschule: Umbau soll im November 2027 beginnen

Im Ortsbeirat Schierstein wird diesen Mittwoch, 19. August 2026, die sogenannte Ausführungsvorlage zur Sanierung und Erweiterung der Hafenschule beraten. Die grundlegende Modernisierung und dringend notwendige dauerhafte Erweiterung auf drei Klassen pro Jahrgang und der Ausbau für die Ganztagsbetreuung beschäftigt die Stadt Wiesbaden inzwischen bereits seit 12 Jahren. Nun soll im November 2027 mit dem Abbruch der alten Hafenschule begonnen werden.

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Spielplätze in Schierstein: schöngerechnet?

Die Stadt Wiesbaden hat einen Spielplatzbericht „Unsere Stadt bewegt“ herausgegeben. Die Daten hierzu wurden 2024 erhoben. Damit soll nun feststehen, wo dringender, mittlerer oder gar kein Handlungsbedarf in Sachen Spiel- und Aktionsflächen ist. In Schierstein – so der Bericht – sei nicht alles prima, aber der Handlungsbedarf doch nicht so dringend. Allerdings ergeben sich beim Blick in den „Steckbrief“ für Schierstein einige Fragen und das Gefühl, die Basisdaten zur Berechnung der Schiersteiner Spielflächen, entsprechen nicht ganz der Realität oder zumindest nicht der Wahrnehmung Ortskundiger. So wird die „Ist-Spielfläche“ für Schierstein mit 21.444 qm angegeben. Darunter die sieben bekannten Spielplätze, die auch in der städtischen Spielplatzbroschüre genannt werden:

  1. Elbestraße (1.682 qm)
  2. Heinrich-Heine-Straße (2.353 qm)
  3. Mümmelmannweg (1.924 qm)
  4. Moselstraße (3.736 qm)
  5. Emil-Dietz-Straße (330 qm)
  6. Schneebergstraße (306 qm)
  7. Söhnleinanlage (1.291 qm)

Zusammengerechnet ergeben die jedoch nur 11.622 qm, also etwa halb so viel wie die angeblich vorhandene Spielfläche (21.445) und nur ein Drittel der im Bericht für Schierstein geforderten „Soll-Spielplatzfläche“ von 33.534 qm (3 qm je Einwohner).

Wie kommt das?

Anders als die Spielplatzbroschüre rechnet der Spielplatzbericht die vermutlich unter „Aktionsflächen“ gedachten, aber eben noch nicht fertigen Flächen unter der Schiersteiner Brücke mit 3.139 qm, einen in die Jahre gekommenen „Stolperfallen“-Bolzplatz an der Freudenbergstraße mit 3.654 qm und die Bremser-Anlage als Spielpunkt ein. Dieser „Spielpunkt“ bleibt im Steckbrief des Berichts ohne Flächenangabe, schlägt aber offenbar mit weiteren 3.040 qm zu Buche, denn anders lässt sich die angebliche „Ist-Spielplatzfläche“ nicht erreichen.

Warum ist das wichtig?

Der Spielplatzbericht errechnet aus dem Vergleich von angeblicher Ist- und Soll-Fläche ein Defizit von 12.089 qm. Das entspreche dann einem Versorgungsgrad von 63,9 %, womit in Schierstein eine mittlere Unterversorgung bestehe. Würden allerdings nur die wirklich als Kinderspielplätze existierenden sieben Flächen eingerechnet, läge das Defizit fast doppelt so hoch bei 21.912 qm und der Versorgungsgrad läge nur noch bei rund 35 Prozent. Damit wäre Schierstein dann nicht mehr im städtischen Durchschnitt, sondern weit darunter und statt der angeblichen mittleren Unterversorgung, hat Schierstein in der Realität eine hohe, wenn nicht gar sehr hohe Unterversorgung.

In Schierstein ergäbe sich damit ein deutlich höherer Handlungsbedarf für Spielplätze als der Bericht, der als Arbeitsgrundlage für städtische Entscheidungen herangezogen werden dürfte, suggeriert.

Simone Grün


Schierstein trauert um Walter Richters

Am Montag, 22. Juni 2026, verstarb Walter Richters. Er war 26 Jahre Mitglied im Ortsbeirat Schierstein für die Grünen, davon ab 2006 viele Jahre als stellvertretender Ortsvorsteher. Zum 31. Januar 2023 verzichtete er auf sein Mandat, begleitete aber das Ortsgeschehen in Schierstein aktiv weiter und berichtete immer wieder an einen größeren Mailverteiler über „Neues aus Schierstein“. Zuletzt auch darüber, dass er am 10. Juni 2026 bei einem Festakt für ausgeschiedene Mandatsträger im Innenhof des Wiesbadener Rathauses für ihn selbst unerwartet geehrt wurde:

„Ich war überhaupt nicht darauf vorbereitet, dass mir mit der Bürgermedaille in Gold und der Ernennung zum Ortsältesten gleich zwei Ehrungen zuteilwurden. Ortsälteste gibt es erst nach Änderung der Ehrenordnung vor einigen Monaten.“

Walter Richters wurde 1946 in Bremervörde geboren, war Diplom-Mathematiker, verheiratet, drei Kinder. Er kam 1980 nach Wiesbaden, lebte seit 1986 in Schierstein und wurde 1997 erstmals als zunächst einziger Grüner in den Schiersteiner Ortsbeirat gewählt. Von 2004 bis 2016 setzte er sich zudem als Stadtteil-Jugendbeauftragter ein. Er war zudem aktiv bei der Volkshochschule Schierstein, davon zwölf Jahre lang als deren Vorsitzender. Er betreute das EDV-Café im Rahmen der Nachbarschaftshilfe „Schiersteiner Brücke“ und war außerdem Vorsitzender des geschäftsführenden Ausschusses des Kinder- und Beratungszentums Sauerland (kbs). Einige Jahre war er zudem stellvertretender Vorsitzender der Telefonseelsorge Mainz-Wiesbaden und Mitglied des Vorstandes des evangelischen Dekanats Wiesbaden.

Sein außerordentliches Engagement - auch über Schiersteins Ortsteilgrenzen hinaus - ist ein Vorbild für das Ehrenamt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit ihm geht für Schierstein ein politischer Akteur verloren, der mit seiner akribischen Arbeitsweise manchmal aneckte, aber vor allem den Finger sehr häufig an den genau richtigen Stellen in die Wunde legte. Wir hätten ihm gewünscht, nach all dieser Arbeit für Schierstein und darüber hinaus noch deutlich länger seine freien Tage und Abende ohne den Ortsbeirat und viele andere Verpflichtungen und stattdessen mit seiner Familie genießen zu können. Seinen Angehörigen sprechen wir aus ganzem Herzen unser tiefes Beileid aus.

Initiative Zukunft Schierstein

Quelle Bild und persönliche Informationen: https://www.gruene-schierstein.de/wahl2021/wrichters.htm

 


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