Rückblick: Tödlicher Verkehrsunfall in Schierstein vor einem Jahr
Ein Jahr ist es nun her, dass ein erneuter tödlicher Verkehrsunfall im Bereich Rheingaustraße/Hafenweg für große Betroffenheit und Trauer in Schierstein sorgte. Eine Frau aus Mainz, die am 29. September 2025 an der Kreuzung Rheingaustraße/Äppelallee/Hafenweg mit ihrem Fahrrad unterwegs war, wurde so schwer bei einem Verkehrsunfall mit einem Kastenwagen verletzt, dass sie starb. Zum Unfallhergang schrieb der Wiesbadener Kurier damals:
"Laut Polizei wollte ein 47-jähriger Fahrer eines weißen Kastenwagens gegen 12 Uhr von der Rheingaustraße kommend nach rechts in die Äppelallee abbiegen. Beim Abbiegevorgang kam es zum Zusammenstoß zwischen dem Auto und einer Fahrradfahrerin. Die 50-jährige Radfahrerin wurde dabei zunächst schwerst verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Dort verstarb sie in der Nacht auf Dienstag."

Eine Woche nach dem tödlichen Unfall organisierte der ADFC eine Fahrraddemonstration und stellte an der Verkehrsinsel neben der Unfallstelle ein weiß lackiertes Fahrrad auf – ein sogenanntes "Geisterrad". Das Rad erinnert bis heute an den Unfalltod der Radfahrerin und soll auf die Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machen.

Am 26. Oktober 2025 versammelten sich vor allem Menschen aus Schierstein zu einer von zwei ortsansässigen Bürgerinnen organisierten Mahnwache am Osthafen. Die Mahnwache galt vor allem der an der Kreuzung verstorbenen Frau, erinnerte aber auch an den Unfall, bei dem nur wenige Meter entfernt im Hafenweg im Juni 2021 eine weitere Radfahrerin ums Leben kam. Sie war damals auf ihrem Fahrrad von einem LKW erfasst worden und starb noch am Unfallort. Hier stand ebenfalls einige Zeit lang ein weißes "Geisterrad", das inzwischen entfernt wurde.

Die Organisatorinnen der Mahnwache beschrieben einen weiteren neuralgischen Punkt unmittelbar am Osthafen an der Kreuzung zwischen Hafenweg, Weg zur Bootsrampe und dem neuen breiten Fahrradweg in Richtung Biebrich. Hier sei der nächste Unfall schon vorprogrammiert, weil zum einen Tempo 50 erlaubt sei auf einem Weg, der stark von Fußgängern und Radfahrern genutzt wird und andererseits für Ortsunkundige nicht ersichtlich sei, dass an dieser Kreuzung ein Fahrradweg ende.
Der Ortsbeirat Schierstein hatte sich zuvor in seiner Sitzung am 1. Oktober 2025 im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall vom 29. September 2025 mit der Verkehrssituation in Schierstein beschäftigt und unter anderem beantragt:
- den Kreuzungsbereich Rheingaustraße/Äppelallee/Hafenweg durch bauliche und technische Maßnahmen (insbesondere für Radfahrer und Fußgänger) sicherer zu machen,
- in der Rheingaustraße eine Tempo-30-Regelung von der Reichsapfelstraße bis zur Schiersteiner Brücke einzurichten.
- für die nächste Sitzung am 5. November 2025 das Radbüro einzuladen, um gemeinsam zu erörtern, welche Verbesserungen der Verkehrsführung möglich sind.
Zum Antrag geht es hier: https://piwi.wiesbaden.de/dokument/v/3553960
Eine öffentlich einsehbare Antwort der Verwaltung auf diesen Antrag gab es bis heute (29. September 2026) nicht.
In der Sitzung vom 5. November 2025 beantragte die AG Verkehr im Ortsbeirat:
für den Hafenweg Tempo 30 anzuordnen und im Kreuzungsbereich Hafenweg eine Aufpflasterung mit roter Fahrradwegmarkierung anzubringen.
Begründung: Der neu gebaute Fahrradweg endet direkt auf der Kreuzung des Hafenwegs. Für Fahrzeuge/LKW, die von der Rheingaustraße kommen, ist der neue Radweg, durch einen bewachsenen Zaun nicht einsehbar. Auch Radfahrer, von Biebrich kommend, können den Kreuzungsbereich vorher nicht einsehen. Die abgesenkte Bordsteinkante vermittelt aber den Eindruck weiter ungehindert geradeaus fahren zu können.Tatsächlich handelt es sich um eine Kreuzung bei der vier Teile des Hafenwegs und der neue Fahrradweg aufeinanderstoßen. Tempo 30 und eine deutliche Aufpflasterung zum Schutz der Fahrradfahrer und Fußgänger ist hier unbedingt nötig.
Die Antwort des damaligen Verkehrsdezernenten Andreas Kowol hierzu kam am 14. Februar 2026 und lautete:
Ich habe die mir zugeordneten Fachämter gebeten, in diesem Bereich aufgrund des hohen Fußverkehrsaufkommens eine Tempo 30-Zone zu planen und anzuordnen.
Das Tiefbau- und Vermessungsamt bewertet eine Aufpflasterung des Querungsbereiches der Radverkehrsverbindung im Hafenweg als keine dauerhafte und zielführende Maßnahme. Die Querungsstelle liegt im Kurvenbereich und in einem Abschnitt mit erhöhtem Schwerlastaufkommen, durch den Lenkvorgang wird dies zu Verschiebungen der Steine führen. Zudem verändert eine Aufpflasterung die Vorfahrtssituation nicht, sondern erhöht lediglich die Aufmerksamkeit des motorisierten Verkehrs auf querende Personen, vermittelt jedoch gleichzeitig dem Radfahrenden durch den optisch hervorgehobenen „Streifen“ eine Bevorrechtigung. Das Tiefbau- und Vermessungsamt wird prüfen, welche Maßnahmen dauerhaft zum Schutz von Rad fahrenden und zu Fuß gehenden Personen ergriffen werden können.
Änderungen an der Verkehrssituation hat es bislang weder im Hafenweg noch an der Deutung in der Rheingaustraße gegeben.
Wasserqualität im Schiersteiner Hafen: Runder Tisch?
Wie geht’s weiter im Schiersteiner Hafen? Was kann die Stadt tun, um in den kommenden Jahren die Ausbreitung der Wasserpest und die negativen Folgen von Algenbelastungen und Niedrigwasser zu vermeiden?
Auf diese Frage hatte die AG Umwelt im Ortsbeirat Schierstein gestern zur Ortsbeiratssitzung am 19. August 2026 zunächst keine Antwort. Man warte noch auf Informationen zum Beispiel dazu, was beim Treffen der Stadt mit dem Regierungspräsidium und dem Wasser- und Schifffahrtsamt herausgekommen sei, berichtete Annette Schmitt (SPD) - Sprecherin der AG.
Das Treffen der Behörden hatte bereits Anfang Juli stattgefunden – weder Ortsbeirat noch Schiersteiner Vereine waren dazu eingeladen gewesen.
Das sei nur ein erster Termin gewesen, um sich „gegenseitig zu beschnuppern“ berichtete Ortsvorsteher Urban Egert (SPD), dem dies so zugetragen worden sei. Er selbst war ja ebenfalls nicht erwünscht bei diesem Termin.
Die SPD im Wiesbadener Rathaus habe aber inzwischen einen Antrag gestellt, dass die Gespräche unter Einbindung des Ortsbeirats und der betroffenen Vereine am Hafen in Form eines „Runden Tisches“ fortgeführt werden sollten. Man wolle außerdem eine externe wissenschaftliche Begleitung des Themas erreichen - auch auf Grundlage des im Auftrag des Ortsbeirats Schierstein erstellten Gutachtens des Unternehmens BluePlanet – , um echte Lösungsansätze für das Problem im Hafen zu finden.
Dieser SPD-Antrag wurde schon am Tag zuvor, dem 18. August 2026, im Umweltausschuss der Stadt besprochen und „durch Aussprache erledigt“ erklärt, wie Wilhelm Vogel (CDU) mitteilte.
Die Umweltdezernentin Christiane Hinninger (Grüne) habe gegen den Antrag eingewandt, dass das alles schon „laufe“ und eine Zustimmung zu diesem Antrag darum nicht nötig sei.
Im Ortsbeirat ist allerdings bislang noch nicht angekommen, dass es den gewünschten „Runden Tisch“ nun wirklich gibt oder weitere Fachleute eingebunden werden. Man wolle daher nun nachfragen und das Umweltamt demnächst zur Ortsbeiratssitzung einladen, damit es erläutern kann, was der aktuelle Stand ist.
Ortsbeirat tagt am 20. Mai zu bekannten Themen
Am Mittwoch, 20. Mai 2026, tagt um 19 Uhr der Schiersteiner Ortsbeirat
im Rathaus, Karl-Lehr-Straße 6.
Wie immer haben alle Bürgerinnen und Bürger vor Eintritt in die Tagesordnung die Gelegenheit, Fragen an den Ortsbeirat zu richten. Üblicherweise können im Verlauf der Sitzung auch noch zu den einzelnen Tagesordnungspunkten Fragen gestellt werden.
Auf der Tagesordnung steht diesmal unter anderem
Ortsbeiratssitzung mit Ortsvorsteherwahl: 22. April 2026
Am Mittwoch, 22. April 2026, um 19 Uhr kommt zum ersten Mal seit der Kommunalwahl der neue Ortsbeirat zusammen. Die konstituierende Sitzung findet im Rathaus Schierstein statt.
Parken nach Vorbild „alter Ortskern“
Für die Parksituation in der Ehrengartstraße gibt es neue Entwicklungen. Die ursprünglich für den 23. März 2026 geplante Bürgerversammlung wird darum in Abstimmung mit dem Dezernat für Bauen und Verkehr auf einen Termin zeitnah nach Ostern verschoben. Hintergrund ist eine derzeit laufende Prüfung durch das Dezernat, inwieweit die bestehende Trennung zwischen Fahrbahn und Gehwegen in der Ehrengartstraße aufgehoben werden kann.
Ziel ist es, eine gemeinsame Nutzung der Verkehrsfläche durch alle Verkehrsteilnehmer – Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge – zu ermöglichen und gleichzeitig die Parksituation und die Durchfahrt für Rettungsdienste sowie die Müllabfuhr zu verbessern.
Ortsbeirat Schierstein: Sitzverteilung steht nun fest
WIE DER NEUE SCHIERSTEINER ORTSBEIRAT AUSSIEHT IST JETZT ERSTMAL KLAR.

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die CDU mit 37,5 % (6 Sitze),
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die SPD mit 34,8 % (5 Sitze),
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den Grünen mit 14,6 % (2 Sitze) und
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der AfD mit 6,7 % (1 Sitz),
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die Linke schafft es mit 4,6 % (1 Sitz) in den Ortsbeirat
MIT DEN IN KLAMMERN GENANNTEN PERSONENSTIMMEN WURDEN IN DEN NÄCHSTEN ORTSBEIRAT GEWÄHLT:
WER VON DIESEN KANDIDATEN NUN WIRKLICH IN DEN ORTSBEIRAT ZIEHT, HÄNGT NOCH DAVON OB, OB ALLE IHR MANDAT ANNEHMEN.
ORTSVORSTEHER/IN KANN REIN THEORETISCH JEDES ORTSBEIRATSMITGLIED WERDEN.
Einordnung zum Schiersteiner Wahlverhalten
Wie Schierstein gewählt hat und wie das vorläufige Wahlergebnis aussieht …
… sind zwei ziemlich verschiedene Dinge.
Das „Trendergebnis“ – es berücksichtigt nur die „unverändert“ angenommen Stimmzettel, die ausschließlich mit einem Listenkreuz gekennzeichnet sind – sieht die CDU vorn mit 36,2 %, dicht gefolgt von der SPD mit 34,4 %, dann mit einigem Abstand die Grünen mit 17,3 %, die AfD als viertstärkste Partei mit 7,4 %. Danach erst folgen die Linke mit 3,3 % und die FDP mit 1,3 % der Stimmen.
Aufruf zur Ortsbeiratswahl am 15. März
Liebe Schiersteinerinnen und Schiersteiner,
für ZUKUNFT SCHIERSTEIN hat als Teil des Ortsbeirats am 4. März 2026 die letzte Ortsbeiratssitzung stattgefunden. Am 15. März 2026 wird ein neuer Ortsbeirat gewählt – diesmal ohne ZUKUNFT SCHIERSTEIN.
Wir möchten Euch bitten, geht wählen!
Verkehrsdezernat will schrittweise auf Parksituation in Schierstein reagieren
Bürgerversammlung zu kleinteiligen Lösungen in der Ehrengartstraße geplant – Konzept für untere Alfred-Schumann-Straße beschlossen – weitere Straßen sollen folgen
Denkmalschutz im Rheingau-Palais wirft Fragen auf
In der Schiersteiner Ortsbeitratssitzung am 4. März 2026 fragte ein Bürger, ob es im Zusammenhang mit der Verlegung der Erich Kästner-Schule weitere Erkenntnisse über den Denkmalschutz im Rheingau-Palais gebe. Anlass für diese Frage waren Berichte darüber, dass bei einer Begehung mit dem Denkmalschutz im Rheingau-Palais erst nach dem Kauf des Gebäudes durch die Stadt, denkmalschutzwürdige Innenwände hinter Leichtbauwänden entdeckt worden seien. Dadurch könnten bestimmte für eine Nutzung durch die Schule notwendige räumliche Änderungen schwierig werden. Auch ZUKUNFT SCHIERSTEIN berichtete darüber nach einer Ortsbeiratssitzung am 5. November 2025 - hier geht es zum Bericht von damals.
Aus dem Ortsbeirat wurde auf die Frage des Bürgers hin bekräftigt, dass die denkmalgeschützten Innenwände offenbar überraschend für die Stadt waren und erst nach dem Kauf entdeckt wurden. Das hatte zumindest ein Vertreter des Schulamtes bei der Sitzung des Ortsbeirats am Mittwoch, 5. November 2025, berichtet. Neuere Informationen hierzu liegen dem Ortsbeirat allerdings nicht vor.
Der in der jüngsten Sitzung am 4. März anwesende Dezernent Andreas Kowol widersprach diesem Sachverhalt und gab an, dass die Begehung mit dem Denkmalschutz bereits vor dem Kauf des Rheingau-Palais stattgefunden habe und man die Situation gekannt und beim Kauf einkalkuliert hätte.
Diese Darstellung von Dezernent Kowol stimmt allerdings nicht mit der Sitzungsvorlage überein, die bei der Entscheidung zum Kauf des Rheingau-Palais im Ortsbeirat am 24. März 2025 öffentlich diskutiert wurde. Bei der Diskussion im Ortsbeirat wurde aus der Sitzungsvorlage öffentlich zitiert und dabei klar benannt, dass der Denkmalschutz bisher (also bis zur Entscheidung über den Kauf) noch nicht in das Projekt eingebunden war, weil die derzeitige Planung noch nicht die notwendige Tiefe erreicht hätte. Erst die weitergehende Planung (also die nach der Entscheidung zum Kauf) sollte intensiv mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.
Diesen Umstand hatte der Schiersteiner Ortsbeirat auch bereits in seiner Sitzung im März 2025 im Beisein des Schuldezernenten Hendrik Schmehl kritisiert: Die Prüfungen für die Eignung des Rheingau-Palais seien nicht tief genug und vor allem auch der Denkmalschutz nicht eingebunden. In der Sitzung im März 2025 widersprach der anwesende Dezernent der Darstellung in der Sitzungsvorlage zum erst nach dem Kauf einzubindenden Denkmalschutz nicht.
Was nun stimmt und warum Andreas Kowol nun berichtet, der Denkmalschutz sei schon vor dem Kauf eingebunden gewesen und es hätte vor dem Kauf eine Begehung mit dem Denkmalschutz stattgefunden, konnte bei der Ortsbeiratssitzung am 4. März 2026 nicht abschließend geklärt werden.











