Voten der Ortsbeiräte Schierstein und Dotzheim spielen im Beschlussvorschlag der Stadt zum Regionalplan keine Rolle.

Kooperationsfraktionen schlagen Verhandlungen mit den „neuen“ Ortsbeiräten zu „moderater Bebauung“ nach der Kommunalwahl vor.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Bau entscheidet heute in seiner Sitzung darüber, wie die Landeshauptstadt Wiesbaden zur Neuaufstellung des Regionalplans Südhessen Stellung nimmt. Diese Entscheidung betrifft unter anderem auch die Zukunft der Perspektivfläche West (Westfeld) zwischen Schierstein und Dotzheim.

Die Ortsbeiräte der beiden Stadtteile hatten zuletzt mit Beschlüssen vom 2. Juli 2025 klar gemacht, dass sie eine Bebauung ablehnen. Die Ortsbeiräte hatten schon zuvor die Stadt mehrfach und klar dazu aufgefordert, die Flächen im Westfeld uneingeschränkt so zu belassen, wie sie aktuell sind (vornehmlich Landwirtschaft, Gartenbau und Freizeitgärten).

Entgegen den Voten aus den betroffenen Ortsteilen bleibt die Stadt bei ihrem Kurs, im Westfeld Gewerbe- und Wohnbauflächen einzurichten. Dazu soll der Regionalplan weiter aufgeweicht werden. Die Beschlüsse der Ortsbeiräte spielen in der jetzt vorgelegten und für heute zur Abstimmung stehenden Stellungnahme der Stadt keine Rolle. Selbst die eindeutige Warnung des städtischen Umweltamtes vor einer umfänglichen Bebauung – vorgetragen in der gemeinsamen Sitzung der beiden Ortsbeiräte am 2. Juli 2025 – wird in der vorgelegten städtischen Stellungnahme zum Regionalplan noch nicht einmal thematisiert.

Ein Antrag der Kooperationsfraktionen der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung (SPD, Grüne, Linke und Volt) sieht diese Vorgehensweise der Stadt zumindest kritisch und behauptet, dass die Ortbeiräte Schierstein und Dotzheim sich

„einer moderaten Randbebauung in deutlich geringerem Umfang nie gänzlich verschlossen“

hätten. Das trifft zumindest für den Ortsbeirat Schierstein bis zum heutigen Tag nicht zu. Der Ortsbeirat hat immer einstimmig über alle Fraktionen (Zukunft Schierstein, CDU, SPD und Grüne) gefordert, die Flächen uneingeschränkt und mit allen seinen Funktionen zu erhalten. Ob das mit neuen Mehrheiten und anderen Fraktionen nach der Kommunalwahl so bleibt, ist natürlich fraglich.

Die Kooperationsfraktionen beantragen – wahrscheinlich auch vor dem Hintergrund der Kommunalwahl im März –, dass der Magistrat die Zeit bis zur zweiten Offenlegung des Entwurfs des neuen Regionalplans nutzen solle,

„um auf die betroffenen Ortsbeiräte Schierstein und Dotzheim zuzugehen und ein, mit Blick auf eine etwaige moderate Bebauung der Perspektivfläche West, mehrheitsfähiges Konzept zu entwickeln. In der Abwägungsentscheidung zu einer möglichen Gewerbeentwicklung ist die Existenzsicherung der ansässigen Gartenbaubetriebe einzubeziehen. Bis dahin soll der Status der Perspektivfläche als „Vorranggebiet für besondere Klimafunktion“ nicht angepasst werden“.

Wir können davon ausgehen, dass dieser Antrag in der heutigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Bau beschlossen wird. Was eine „moderate Randbebauung“ sein soll und wie sich dazu die neu gewählten Ortsbeiräte ab März 2026 positionieren, bleibt abzuwarten.

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