Soziale Anlaufstelle für Schierstein

Wohin und an wen können sich Menschen in unserem Stadtteil wenden, wenn sie soziale Leistungen oder eine Beratung benötigen z.B. über Wohngeld, Unterhaltszahlungen, Kinderzuschlag, Bildung und Teilhabe oder ähnliches. Bei offenen, niederschwelligen Anlaufstellen herrscht in Schierstein Fehlanzeige. Andere Stadtteile verfügen über ein Angebot an sozialen Einrichtungen, wo Menschen sich treffen und austauschen. Dies wurde deutlich bei einer Online-Veranstaltung des Amtes für Soziale Arbeit am 13. Oktober 2022 mit dem etwas irreführenden Titel: „Familienleistungen vor Ort – Inanspruchnahme und Probleme heute mit einem Ausblick auf morgen“. Hier konnte man erfahren, dass sich Bürger an jedem 3. Donnerstag im Monat - nicht unbedingt bei sich "vor Ort", sondern – in der Dotzheimer Straße 99 über sämtliche soziale Leistungen wie die oben genannten und auch ALGII und Stromcheck informieren, beraten lassen und diese Leistungen auch beantragen können.

Dies ist sicher ein sinnvolles Angebot, das gerade in der derzeitigen angespannten finanziellen Situation vieler Menschen umso wichtiger wird. Nur, wie kommen Menschen in Schierstein an die Information, dass es dieses Angebot zu bestimmten Terminen in der Stadt gibt? In anderen Stadtteilen werden diese Infos über soziale Einrichtungen der Ortsteile weitergegeben und teils sogar gemeinsame Fahrten zu Terminen in der zentralen Anlaufstelle in der Dotzheimer Straße organisiert. In Schierstein ist das aktuell so nicht möglich.

Zukunft Schierstein hat daher am 16. November 2022 einen Antrag im Ortsbeirat gestellt, dass der Magistrat der Stadt Wiesbaden berichten möge:

  1. wie in Schierstein Informationen zu „Familienleistungen vor Ort“ an die Bürger gebracht werden
  2. was unternommen wird, um der mit Sicherheit ansteigenden Hilfebedarfe gerecht zu werden und
  3. ob in einem Stadtteil wie Schierstein, mit mehr als 10.000 Einwohnern, eine städtische Einrichtung/Anlaufstelle (KiEZ, Kinder- und Jugendtreff, Müttertreff u.ä.) eingerichtet werden kann und welche Voraussetzungen Schierstein hierfür erfüllen muss.

Dem Antrag wurde im Ortsbeirat einstimmig zugestimmt.


Ukraine-Hilfe Wiesbaden

Immer mehr Schutzsuchende kommen aus der Ukraine nun auch hier in Wiesbaden an. Für eine bessere Vernetzung der Hilfsangebote untereinander hat Sebastian Sellinat aus Biebrich für die Pfarrei St. Peter und Paul (Biebrich/Schierstein/ Dotzheim) eine digitale Pinnwand/ein Padlet erstellt, die sich an alle Menschen in Wiesbaden richtet und auf der die Hilfs- und Unterstützungsangebote koordiniert werden können. Hier kann jeder schreiben und kommentieren.

Wie funktioniert die digitale Pinnwand?

Die Nutzung des Padlet kann z.B. so aussehen: Person X erfährt von einer Anlaufstelle, bei der Geflüchtete ein kostenloses Beratungsangebot erhalten. Um auch andere über dieses Angebot zu informieren, postet sie den Link/ein Bild von dem Plakat auf der digitalen Pinnwand. Das geschieht, in dem sie unter der Kategorie „Hilfe für Geflüchtete“ auf das Plus-Symbol (+) drückt. So wird ein neuer Beitrag erstellt. Andere können nun diese Information sehen und evtl. kommentieren.

Besonders die Kategorie „Ich biete“ und „Ich suche“ soll dazu beitragen, dass Anfragen von und für Geflüchtete gesehen werden. So können auch Aufrufe für Sachspenden und Wohnungsanfragen usw. geteilt werden. Auf der Pinnwand können Menschen so miteinander kommunizieren und Ehrenamtliche sich auf Stadtebene vernetzen:

Hier geht es zur Pinnwand

https://padlet.com/Sebastian_StandwithUkraine/wh5cmu6x7o1bntmu

 


Gemeinsam gegen Naziparolen

Die doppelte S-Rune im Wort "HASS" prangt am Ortseingang zu Schierstein gleich an mehreren Laternenpfählen. Wir haben hier mal die "Liebe" per Bildbearbeitung "drübermontiert" und die Stadt aufgefordert, diese Schmierereien mit eindeutigen Nazisymbolen schnellstmöglich aus dem Ortsbild zu entfernen.

Wir würden uns freuen, wenn alle Menschen in Schierstein sich mit dafür einsetzen, in unserem Ort, "die Liebe über den Hass zu montieren": Bitte bringt solche Schmierereien zur Anzeige (beim Polizeirevier Biebrich oder online beim Polizeipräsidium Westhessen) und helft dabei, dass sie in Schierstein keinen Platz haben.

In einer von allen Ortsbeiratsmitgliedern gemeinsam formulierten Erklärung hat sich der Schiersteiner Ortsbeirat bereits Mitte Dezember vor allem gegen diese zunehmenden Hassparolen gestemmt, die in Schierstein leider immer häufiger auf Hauswände, die Dyckerhoffbrücke oder diverse Laternenmasten geschmiert werden:

Liebe Schiersteinerinnen und Schiersteiner,

ganz herzlich bedanken wir uns bei Ihnen allen, die sich für unseren Ort und
seine Menschen einsetzen. Wir leben in Schierstein ein gutes, konstruktives
Miteinander – im Kleinen wie im Großen, in den Vereinen und „uff de Gass“.
Ihr Interesse und Ihr Wunsch zur positiven Mitgestaltung unseres besonderen
Ortsteils zieht sich durch alle Generationen und ist für uns im Ortsbeirat
Geschenk und Ansporn zugleich.

Umso trauriger sind wir, dass wenige dieses Miteinander mit Füßen treten und
die von den Kindergarten- und Schulkindern liebevoll geschmückten
Weihnachtsbäume an der Hafenpromenade beschädigen oder die Schutzhütte auf
dem Jugendplatz zerstören.

Fassungslos sind wir über die neuerdings immer stärker verbreitete,
einschüchternde Hasspropaganda an Hauswänden, auf Gehwegen oder an Bäumen in
Schierstein. Wir stemmen uns mit aller Kraft dagegen. Denn extremistische
Symbole und Parolen sollen ebenso wenig Platz in Schierstein finden wie
Einschüchterungen und Verleumdungen, die sich gegen Menschen richten, die
Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie umsetzen.

Wir sind überzeugt, dass alle Menschen in Schierstein dazu beitragen wollen,
endlich wieder ein Stück Normalität in unserem Leben zurückzugewinnen. Die
Meinungen darüber, welcher Weg dorthin der richtige ist, gehen auseinander.
Grundfeste unserer Demokratie ist, dass die eigene Meinung vertreten und
Kritik geäußert werden darf und soll. Auch wir äußern unsere Meinung und
bekennen uns im Ortsbeirat dazu, dass für uns der Weg aus der Pandemie
erfordert, sich impfen zu lassen – wenn es möglich ist..

Parolen und Vergleiche mit Methoden aus der Nazi-Zeit gehören hingegen nicht
zur Meinungsfreiheit und verhöhnen die Opfer. Wir bitten Sie alle daher um
Ihre Unterstützung, sich solchen Schmierereien entgegenzustellen.
Gleichgültigkeit darf nicht unsere Antwort hierauf sein.

Bleiben wir im Gespräch – mit Respekt und Verständnis füreinander. In diesem
Sinne wünschen wir Ihnen allen eine besinnliche Adventszeit, ein frohes
Weihnachtsfest und von ganzem Herzen ein gutes, gesundes neues Jahr 2022!.

Ihr und Euer Ortsbeirat Schierstein