In der Schiersteiner Ortsbeitratssitzung am 4. März 2026 fragte ein Bürger, ob es im Zusammenhang mit der Verlegung der Erich Kästner-Schule weitere Erkenntnisse über den Denkmalschutz im Rheingau-Palais gebe. Anlass für diese Frage waren Berichte darüber, dass bei einer Begehung mit dem Denkmalschutz im Rheingau-Palais erst nach dem Kauf des Gebäudes durch die Stadt, denkmalschutzwürdige Innenwände hinter Leichtbauwänden entdeckt worden seien. Dadurch könnten bestimmte für eine Nutzung durch die Schule notwendige räumliche Änderungen schwierig werden. Auch ZUKUNFT SCHIERSTEIN berichtete darüber nach einer Ortsbeiratssitzung am 5. November 2025 – hier geht es zum Bericht von damals.
Aus dem Ortsbeirat wurde auf die Frage des Bürgers hin bekräftigt, dass die denkmalgeschützten Innenwände offenbar überraschend für die Stadt waren und erst nach dem Kauf entdeckt wurden. Das hatte zumindest ein Vertreter des Schulamtes bei der Sitzung des Ortsbeirats am Mittwoch, 5. November 2025, berichtet. Neuere Informationen hierzu liegen dem Ortsbeirat allerdings nicht vor.
Der in der jüngsten Sitzung am 4. März anwesende Dezernent Andreas Kowol widersprach diesem Sachverhalt und gab an, dass die Begehung mit dem Denkmalschutz bereits vor dem Kauf des Rheingau-Palais stattgefunden habe und man die Situation gekannt und beim Kauf einkalkuliert hätte.
Diese Darstellung von Dezernent Kowol stimmt allerdings nicht mit der Sitzungsvorlage überein, die bei der Entscheidung zum Kauf des Rheingau-Palais im Ortsbeirat am 24. März 2025 öffentlich diskutiert wurde. Bei der Diskussion im Ortsbeirat wurde aus der Sitzungsvorlage öffentlich zitiert und dabei klar benannt, dass der Denkmalschutz bisher (also bis zur Entscheidung über den Kauf) noch nicht in das Projekt eingebunden war, weil die derzeitige Planung noch nicht die notwendige Tiefe erreicht hätte. Erst die weitergehende Planung (also die nach der Entscheidung zum Kauf) sollte intensiv mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden.
Diesen Umstand hatte der Schiersteiner Ortsbeirat auch bereits in seiner Sitzung im März 2025 im Beisein des Schuldezernenten Hendrik Schmehl kritisiert: Die Prüfungen für die Eignung des Rheingau-Palais seien nicht tief genug und vor allem auch der Denkmalschutz nicht eingebunden. In der Sitzung im März 2025 widersprach der anwesende Dezernent der Darstellung in der Sitzungsvorlage zum erst nach dem Kauf einzubindenden Denkmalschutz nicht.
Was nun stimmt und warum Andreas Kowol nun berichtet, der Denkmalschutz sei schon vor dem Kauf eingebunden gewesen und es hätte vor dem Kauf eine Begehung mit dem Denkmalschutz stattgefunden, konnte bei der Ortsbeiratssitzung am 4. März 2026 nicht abschließend geklärt werden.