“Die Stadt sollte eine Sanierung des Schiersteiner Hafens ernsthaft prüfen”, meint Redakteurin Anke Hollingshaus in ihrem Kommentar vom 19. Februar 2026 im Wiesbadener Kurier. Der Schiersteiner Ortsbeirat sieht das ähnlich und hat darum die Ergebnisse der von ihm veranlassten und finanzierten Beprobung des Hafenwassers an das Wiesbadener Umweltamt weitergegeben. Nun ist die Stadt am Zug.
Das Hafenwasser ist immer wieder Thema in Wiesbaden – spätestens, wenn es im Sommer mal wieder giftgrün funkelt. Wahrscheinlich nicht unbedingt gesund und mit Sicherheit unschön für einen Sport- und Ausflugshafen, den sich die Stadt Wiesbaden gerne als “touristische Perle” an die Brust heftet. Doch bisher wurden Verbesserungsmaßnahmen erst gar nicht in Erwägung gezogen, denn – so die Stadt – die maßgeblich für die Verunreinigung verantwortlichen Flächen lägen im Osthafen und seien daher Sache des Bundes, der sicher kein Geld bereitstellen werde, um Abhilfe zu schaffen.
Um überhaupt klare Aussagen zu den Belastungen und Möglichkeiten im Hafen treffen zu können, hat der Schiersteiner Ortsbeirat im vergangenen Jahr die Initiative ergriffen und ein bereits in anderen Städten – unter anderem Rüsselsheim – erfolgreich tätiges Unternehmen mit der Beprobung und möglichen Lösungsvorschlägen für eine Verbesserung des Schiersteiner Hafenwassers beauftragt.
Das Ergebnis: Es wäre eine biologische Sanierung möglich, bei der Hafenschlamm verdichtet und gebunden werden könnte. Gleichzeitig könnte das Wasser mit Sauerstoff angereichert werden. Interessant bei den Beprobungsergebnissen ist, dass nicht der Osthafen, sondern der Westhafen der problematische Teil des Hafens ist – und der liegt im Verantwortungsbereich der Stadt.