Will die Schufa überhaupt am Osthafen erweitern?

Büro-Gebäude am Osthafen – wieviel Platz wird hier noch gebraucht?

Aktuell leerstehende Büroetagen am Osthafen – Mitarbeiterparkplätze kaum genutzt – Für wen baut Union Investment?

Arbeitsplätze in Schierstein halten – das war die Prämisse, warum die Stadt Wiesbaden dem Hamburger Investor Union Investment bereits vor Weihnachten 2019 ein Grundstück für einen Erweiterungsbau der Schufa am Osthafen fest in die Hand versprochen hat. Der Schufa, die angeblich dringend mehr Platz brauchte, sollte damit „Planungssicherheit“ signalisiert werden, sodass sie Schierstein nicht als Arbeitgeber verlässt. Doch, was und für wen will Union Investment tatsächlich am Osthafen bauen? Darüber wird seit einiger Zeit in Schierstein stark spekuliert, denn angeblich benötigt die Schufa gar keine weiteren Büroflächen – es sollen sogar ganze Etagen leer stehen in den Verwaltungsgebäuden am Osthafen.

Dass tatsächlich weniger los ist in den Bürogebäuden am Hafen, dafür spricht auch die Beobachtung, dass die provisorisch planierten Mitarbeiter-Parkplätze auf dem „Brachgelände“ am Osthafen seit Wochen ungenutzt sind. Selbst auf dem direkt an das Schufa-Gelände anschließenden Schotterparkplatz werden kaum noch Autos geparkt – und das Mitten in der Woche an einem Arbeitstag außerhalb der Ferien.

Ob nur Corona-bedingt oder dauerhaft: Auch im Bürogebäude westlich der Schufa direkt neben der Wohnbebauung in der Storchenallee stehen aktuell mindestens die obersten drei Etagen leer.

Das Bürogebäude zwischen Storchenalle und Kormorane steht zum großen Teil leer.

Wie dringend wird also der zusätzliche Büroraum von ca. 15.000 qm am Osthafen gebraucht, über den heute in einer Sondersitzung von Planungs- und Umweltausschuss entschieden wird. Wird hier tatsächlich dem Erhalt von Arbeitsplätzen für Schierstein der Weg geebnet oder einem Immobilieninvestor ermöglicht, „Abschreibungsobjekte in Bestlage“ zu errichten, wie manche in Schierstein spekulieren. 

Schlimm genug für Klima und Umwelt, wenn heute im Ausschuss und am 17. September 2020 in der Stadtverordnetenversammlung der Bebauungsplanentwurf unverändert beschlossen werden sollte. Ungleich schlimmer, wenn damit der Grundstein für unbelebte und nicht notwendige Büroklötze gelegt wird. Die Orts- und Stadtpolitiker sollten hier dringend für Klarheit sorgen, wem und was hier der Weg geebnet wird: Dem Erhalt von Arbeitsplätzen oder eventuell doch nur Immobilienspekulationen?