Freizeitgelände zwischen Hafen und Rhein

Im Zuge des Neubaus der Schiersteiner Brücke soll sich auch das direkte Umfeld der Schiersteiner Brücke verändern. Pläne für einen Großparkplatz hat Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol bereits vorgestellt. Weniger Beachtung fand dabei bisher Kowols Aufforderung, sich in die Planungen für das freiwerdende Grundstück zwischen Raiffeisen-Silo und Brücke einzubringen. Auf den ersten Blick erscheint das nicht unbedingt als das attraktivste Grundstück im Hafenumfeld. Aber es ist nunmal das einzige, auf dem wir offenbar noch frei über die Nutzung entscheiden können und das zumindest eine beachtliche Größe hat, um hier eine größere zusammenhängende Fläche zu entwickeln.

Claudia Wagner hat sich hierzu einige Gedanken gemacht, die wir gerne mit den Menschen in Schierstein diskutieren möchten:

Jugendliche und junge Erwachsene treffen sich gerne im öffentlichen Raum. Dies zeigte u.a. die Wiesbadener Jugendbefragung 2017. In Schierstein sind die Möglichkeiten für solche Treffen sehr beschränkt. Der zwar mit viel Elan und Engagement gestaltete Jugendplatz an der Saarbrücker Allee sollte nicht alles sein, was wir für unsere Jugendlichen „übrig“ haben. Auf Spielplätzen sind sie nicht erwünscht und die wenigen kleinen Parkanlagen bieten ihnen nichts außer Sitzbänke.

Die freiwerdende Fläche zwischen dem Futtersilo von Agravis und der Schiersteiner Brücke böte ausreichend Platz, eine attraktive Freifläche für Jugendliche und junge Erwachsene direkt zwischen Hafen und Rhein zu gestalten. Möglich wären Aufschüttungen mit Sand, wo z.B. ein Beachvolleyballfeld entstehen könnte. Auch Basketballkörbe mit entsprechendem Platz sind denkbar. Der Platz ist ortsnah, gut zu erreichen und gelegentlicher Lärm würde niemanden stören.

Möglicherweise könnten die Schiersteiner Sportvereine ab und zu hier passende Veranstaltungen anbieten und wenn an den Wochenenden im Sommer ein Getränkeverkauf stattfinden könnte, ein paar trendige Sitzliegen (siehe Rheinufer Eltville) und zum Beispiel in untermittelbarer Nähe auf dem Großparkplatz unter der Brücke eine Toilettenanlage vorhanden wären, könnte dieser Platz zu einer runden Sache werden – auch über alle Generationen hinweg.

Denkbar wäre auch, einen Teil der Fläche unter der Schiersteiner Brücke in das Konzept zu integrieren und hier überdachte Freizeitmöglichkeiten zu schaffen.

Nicht vergessen sollten wir gerade an dieser Stelle direkt neben der Autobahnbrücke das Stadtklima: Eine Idee könnte die Begrünung der Fassade des Agravis-Gebäudes sein. Eine verbesserte Luftqualität und Abkühlung an heißen Sommertagen wären die Investition wert.

Claudia Wagner, Initiative Zukunft Schierstein

Ausschnitt aus dem Strukturkonzept Mainz-Wiesbaden, abrufbar unter: https://www.wiesbaden.de/leben-in-wiesbaden/planen/stadtentwicklung/regionale-projekte/rheinuferentwicklungskonzept.php

Der Westhafen wird vorrangig von den Vereinen genutzt, die Hafenpromenade steht zum „Flanieren“ und für gastronomische Angebote zur Verfügung, am Osthafen dominiert künftig die Büronutzung und die Bismarksaue wird seit Jahren als Biotopfläche entwickelt, auf der zwar Spaziergänge aber möglichst kein Aufenthalt stattfinden soll.


Bürgervorschlag: Outdoor-Fitness-Park am Osthafen

Uns erreichte ein Bürgervorschlag zur Umgestaltung des 1.000 bis 2.000 qm großen Dreiecks aus Gras und Bäumen an der Spitze des Schiersteiner Osthafens ungefähr vor dem Raiffeisen-Silo.

Der Vorschlag ist so detailliert erläutert und mit einem Für und Wider versehen ist, dass wir ihn gerne hier mit Ihnen teilen und zur Diskussion stellen möchten.

Haben Sie Anregungen dazu oder eigene (auch andere) Ideen für diese (oder andere) Flächen und Projekte in Schierstein?
Dann schreiben Sie uns: info@zukunft-schierstein.de

Outdoor-Fitness-Park für jedermann

„Es sind verschiedenerlei Geräte aus Metall die zur Gesunderhaltung dienen und an Geräte aus dem Fitnessstudio erinnern. Dabei denke ich weniger an die klassischen Klimmzugstangen, sondern an frei gelagerte Geräte, die praktisch wie Kabelzugmaschinen, Stepper und Crosstrainer funktionieren. Diese wirken recht massiv und belastbar. Man könnte es quasi als Spielplatz für Erwachsene beschreiben.

Ein paar Impressionen, was ich meine, findet ihr hier:

https://doyouremember.com/105394/elderly-playgrounds-boost-activity

https://www.caloo.co.uk/product/community-gym-bundle/

https://www.globalmobilefamily.com/2011/10/adult-playground/

https://pin.it/3yTQoy2

Vorteile:

  • Ich denke, dass ein solcher kleiner Fitnesspark gut auf das Dreieck am Osthafen passen könnte. Man hätte beim Sporttreiben einen tollen Blick über den Hafen.
  • Es würde Schierstein als Jogging/Workout-Standort in Wiesbaden ausprägen (man sieht aktuell ja schon viele Menschen joggen, die könnten dort einen Zwischenstopp einlegen und ihre Kräftigungsübungen machen).
  • Da die Geräte recht einfach in der Handhabung sind und mit Eigengewicht arbeiten, sind diese für Hobbysportler und vor allem auch für Senioren, die sich fithalten möchten, gut geeignet.
  • Aber auch die einheimischen Sportvereine könnten die Station in ihrer Saisonvorbereitung (in der Rundenlaufen am Hafen zum Pflichtprogramm gehört) mit einbeziehen.
  • Ein öffentlich zugänglicher Fitness-/Gesundheitspark würde sozial Benachteiligten die Teilhabe bzw. den Zugang zu gesundheitserhaltenden Geräten ermöglichen. Eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio kann und will sich ja nicht jeder leisten.
  • Vielleicht gibt es auch Bundesprogramme oder Sponsoren die eine Umsetzung eines solchen Programmes fördern würden. Vielleicht spendet auch jede der Schiersteiner Firmen Geräte -> vor allem für die Schufa oder DOW, deren Mitarbeiter in ihrer Mittagspause dort ein kleines Workout machen könnten,  bevor es wieder an den Schreibtisch geht ;-).
  • Der Park könnte zudem sicherlich organisch in die Natur eingebunden werden. (Muss nicht so „steril“ und futuristisch sein, wie man es in manchen Internetfotos so sieht.)

Mögliche Bedenken:

  • Ich kann nicht genau beurteilen, wie wartungsintensiv diese Geräte sind. Sie wirken recht robust, ich weiß aber nicht wie „Vandalismus-resistent“ sie sind und ob vor allem die beweglichen Geräte nicht regelmäßig gewartet werden müssen.
  • Vor allem die „aufwendigeren“, freischwingenden Geräte werden sicherlich etwas kostenintensiver sein. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass so ein Projekt gefördert werden könnte (s.o.)
  • Zudem höre ich schon die Kommentare „ein Spielplatz für Senioren wird für X€ gebaut und der für die Kinder vergammelt“. Hier wäre es sicherlich ratsam, wenn eine Neugestaltung des Hafenspielplatzes im zeitlichen Zusammenhang auch stattfindet. ;-)

Vielleicht gefällt euch ja die Idee so gut wie mir und ihr könnt was mit meinen Ausführungen anfangen :-).“


Veränderungen am Rheinufer - Entwurf für Bismarksaue

Am Donnerstag Nachmittag, 18. März 2021, hat das Umweltamt zusammen mit Stadtrat Andreas Kowol einen Entwurf für Veränderungen auf der Bismarksaue vorgestellt. Während eines Rundgangs erläuterten Vertreter des Umweltamtes, darunter auch Amtsleiter Dr. Klaus Friedrich, einigen Ortsbeiratsmitgliedern und uns „Neuen“ von Zukunft Schierstein ihre Vorstellungen für die Bismarksaue.

Eine Plandarstellung hierzu, die uns als Plakat gezeigt wurde, soll zeitnah veröffentlicht werden. So zumindest der einhellige Wunsch der anwesenden Schiersteiner*innen bzw. Ortsbeiratsmitglieder. Die Pläne könnten so gemeinsame Diskussionsgrundlage für die Weiterentwicklung des Rheinufers – und hier speziell der Bismarksaue – sein. Vielleicht könnten damit auch schon gezieltere Vorschläge der Bürger*innen im Rahmen der aktuell nur noch bis zum 18. April laufenden Bürgerbeteiligung zur Rheinufergestaltung mit einfließen. Das ist natürlich nur dann möglich, wenn auch alle die Pläne zum – vom Umweltamt so genannten – „Masterplan Bismarksaue“ schnellstmöglich kennen.

Bis dahin wollen wir hier schon über ein paar Punkte aus dem Rundgang mit dem Umweltamt informieren.

Damit kein Missverständnis entsteht: Die Pläne des Umweltamtes sind in der Entwurfsphase, können sich also noch verändern!

Quelle: Google Maps - Bearbeitung: Zukunft Schierstein

 

Gestaltungsfreiheit besteht vor allem noch für

  • das ca. 1.000 bis 2.000 qm große Dreieck aus Gras und Bäumen an der Spitze des Schiersteiner Osthafens ungefähr vor dem Raiffeisen-Silo. Dieses Grundstück könnte auch für Freizeitnutzung herhalten.

    Quelle: Google Maps
  • Außerdem ist noch ein Grundstück frei gestaltbar, das zwischen Autobahnbrücke und Silo am Rheinufer liegt (wir berichteten).

 

Für den „Eingang“ zur Bismarksaue wünscht sich das Umweltamt eine Schranke, damit der Hafenweg ab dort wirklich nur noch von Anliegern (Wasser- und Schifffahrtsamt, DLRG, Angelsportverein und natürlich Feuerwehr und Rettungsdienste) befahren werden kann.

Das ehemalige CEMEX-Betonmisch-Gelände westlich neben dem Raiffeisen-Gebäude, das derzeit noch als Lagerfläche für den Brückenneubau genutzt wird, soll sehr wahrscheinlich an das Wasser- und Schifffahrtsamt gehen, das dort Schiffsanleger einrichten könnte (wir berichteten).

Im Gegenzug könnte der Stadt das Gelände des ehemaligen Tankdienstes Rein im Westen der Bismarksaue übertragen werden. Es ist aktuell noch im Eigentum des Wasser- und Schifffahrtsamts. Das Grundstück wäre aber frühestens 2025 nutzbar, da es kontaminiert ist durch einen Mineralölschaden, der sich über die Jahre auf natürliche Weise abbauen soll. So lange soll die Oberflächenversiegelung erhalten bleiben. (Siehe hierzu auch einen ausführlichen Bericht auf Schierstein 24). Gegen den Rückbau der Betonaufbauten auf dem Grundstück spreche aber nichts.

 

Ein weiteres Grundstück, für das Handlungsbedarf besteht, ist das Gelände neben dem Angelverein am Nordufer der Bismarksaue. Hier hat das Umweltamt Rodungen und Rückschnitte vornehmen lassen, die notwendig gewesen seien, um zum Beispiel Nistplätze für Buschbrüter zu schaffen, also für Vögel, die nicht auf Bäumen, sondern in Büschen ihre Nester bauen.

 

Das Umweltamt will auch hier – wie auf der gesamten Bismarksaue – keine Freizeitnutzung oder Aufenthaltsmöglichkeiten. Trotzdem sind Gestaltungsideen gefragt.

Die Bismarcksaue soll also vorrangig zum Spaziergang, aber nicht zum „Verweilen“ einladen.

Der bestehende Asphaltweg (Hafenweg) am Rheinufer im Südwesten der Bismarksaue soll entsiegelt und zum „Leinpfad“ für Fußgänger umgewandelt werden.

Quelle: Google Maps

Der jetzige bessere „Trampelpfad“ unmittelbar hinter dem Wasser- und Schiffahrtsamt und dem Angelverein soll ausgebaut und befestigt werden, sodass er mit PKW und Rettungswagen befahren werden kann. Auch Radfahrer sollen zukünftig nur noch diesen Weg nutzen und nicht mehr unten am Rhein entlangfahren dürfen.

Wir würden uns sehr über Rückmeldungen/Ideen hierzu freuen!
Gerne per Mail an: info@zukunft-schierstein.de


Kompensation für Bürobauten am Osthafen – Park & Ride unter der Schiersteiner Brücke

Anfang März hat Andreas Kowol, Dezernent für Umwelt, Grünflächen und Verkehr, sowohl im Schiersteiner Ortsbeirat als auch in einer Online-Sitzung über die Pläne für das Osthafen-Umfeld und einen Park & Ride-Parkplatz unter der Schiersteiner Brücke informiert.

Am Osthafen sei eine sehr dichte Bebauung geplant, sagte Kowol. „Man muss nicht alles machen, was baulich geht, aber die Verdichtung, die jetzt nicht auszuschließen ist, muss ausgeglichen werden an vielen anderen Stellen.“

Doch keine Freizeitnutzung für CEMEX-Gelände

Genaue Pläne dazu, wie das im direkten Umfeld des Osthafens geschehen könnte, stellte Kowol noch nicht vor. Er schränkte allerdings ein, dass eine Renaturierung des ehemaligen CEMEX-Betonmisch-Geländes neben dem Raiffeisen-Gebäude ausgeschlossen sei. Dieses Gelände war in der Diskussion um die Osthafenbebauung häufig als „grüne Ausgleichsfläche“ genannt worden. Aber daraus wird wohl nichts: „Wir mussten feststellen, dass sich die Verträge mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt nicht nur auf das jetzige Betriebsgelände auf der Bismarksaue beschränken“, sagte Kowol. Dem Amt stehe auch die Nutzung des Geländes auf der Westseite des Raiffeisengebäudes (ehemals CEMEX) zu. Was genau das Wasser- und Schifffahrtsamt hier plane, konnte Kowol nicht sagen. Er habe auch davon gehört, dass Schiffsanleger eine Option seien.

Derzeit wird das ehemalige CEMEX-Gelände noch als Lagerfläche für den Neubau der Schiersteiner Brücke genutzt. Doch mit der Fertigstellung der Brücke ist auch eine Umnutzung – dann wohl durch das Wasser- und Schifffahrtsamt – möglich.

Bild: Auf dem ehemaligen CEMEX-Gelände lagert aktuell Material für den Neubau der Schiersteiner Brücke. Eine Renaturierung des Geländes wird es voraussichtlich auch nach Abschluss der Brückenbauarbeiten nicht geben. 

Ideen für Grundstücksstreifen zwischen Silo und Autobahn gefragt

Doch ein anderes Grundstück stehe noch zur Verfügung: Kowol forderte die Schiersteiner*innen ausdrücklich auf, Ideen für den Streifen zwischen dem Raiffeisen-Silo und der Autobahnbrücke zu entwickeln. Hier könnten sich Ortsbeirat und Bürger*innen mit Gestaltungsideen einbringen.

Bild: Über die Nutzung des Streifens zwischen Silo und Autobahn sollen sich die Schiersteiner*innen Gedanken machen. 

Bis zu 450 Stellplätze unter der Brücke

Eigene detaillierte Ideen hat das Dezernat von Stadtrat Kowol zu einem Park & Ride-Parkplatz unter der Schiersteiner Brücke vorgelegt. Hier will das Verkehrsdezernat unter der gesamten Länge der Brücke 400 bis 450 Stellplätze schaffen. Noch könne der Schiersteiner Ortsbeirat Ideen dazu einbringen und über das Bewirtschaftungskonzept mitentscheiden, aber spätestens in diesem Sommer sollen die Pläne für den Parkplatz stehen, damit sie gleich mit dem Rückbau der Baustelle unter der Brücke umgesetzt werden können.

Zufahrt über den Hafenweg?

Irritationen gab es in der Online-Konferenz über die geplante Zufahrt zu diesem Großparkplatz. In der Ortsbeiratssitzung am 5. März hatte Kowol hierfür noch die Rheingaustraße direkt unter der Brücke genannt. In der Online-Sitzung am 7. März sprach er dann davon, dass die Zufahrt über den Hafenweg westlich der Brücke erfolgen solle. Die Skizze, die Kowol in der Ortsbeiratssitzung und zwei Tage später auch in der Online-Sitzung zeigte, lässt beide Varianten zu (siehe gelbe Markierungen): Einmal die direkte Zufahrt über die Rheingaustraße und die Zufahrt über den Hafenweg in einen Kreisel und von dort wahlweise auf den nördlichen oder südlichen Teil des Parkplatzes.

Bildquelle: Stadt Wiesbaden - Beschriftung "Rheingaustraße", "Hafenweg" und "Rad- und Fußweg" ergänzt durch "Zukunft Schierstein".

Sollte die Zu- und Abfahrt über den Hafenweg erfolgen, dürfte hier mit einem erheblichen zusätzlichen Verkehrsaufkommen zu rechnen sein, das gerade an Wochenenden (jetzt schon) zu gefährlichen Situationen zwischen Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern führt.

Ähnlich schwierig oder sogar gefährlich dürfte sich die Situation am Hafenweg gestalten, wenn dort – wie von Ortsvorsteher Urban Egert in der Ortsbeiratssitzung ins Gespräch gebracht – noch zusätzliche Stellflächen geschaffen werden bzw. beibehalten bleiben, die dann weiterhin Park- und Parksuchverkehr an die Hafenpromenade ziehen.

Bild: Der Hafenweg wird jetzt schon als Parkfläche genutzt. Das führt gerade an Wochenenden zu Konflikten mit Fußgängern und Radfahrern.

Parkplatz für Flohmärkte und Festivals nutzbar

Die Großraum-Park & Ride-Anlage soll nach den Vorstellungen des Dezernats zweigeteilt werden, sodass ein Teil des Parkplatzes auch für Flohmärkte oder Festivals genutzt werden könne. Die Trennung der Parkanlage ist dort vorgesehen, wo ein Streifen für Radfahrer und Fußgänger ihn durchquert.

Pendler aus Rheinland-Pfalz abfangen

Der Parkplatz unter der Brücke soll vor allem auch Pendler aus Rheinland-Pfalz aus der Stadt heraushalten. Über die Autobahnabfahrt Äppelallee und nach drei Ampelanlagen könnten diese die Park & Ride-Anlage anfahren.

Um ausreichend attraktiv für Pendler zu sein, könnte eine Schnellbuslinie von der Park & Ride-Anlage direkt in die Wiesbadener Innenstadt eingerichtet werden.

Bilder: Nach der Autobahnabfahrt Äppelalle müssen Pendler aus Rheinland-Pfalz drei Ampelanlagen passieren, um die geplante Park & Ride-Anlage zu erreichen.

Parkplätze für neue Bürostadt am Osthafen

Ob für Pendler überhaupt noch ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen, wenn erst einmal alle Bürobauten am Schiersteiner Osthafen fertiggestellt sind, wurde in beiden Sitzungen nicht thematisiert. Eine Bruttogeschossfläche von 16.000 qm kann nach den Plänen des Stadtplanungsamtes am Schiersteiner Osthafen für Büros und Gewerbe entstehen. Hierfür müssen ca. 300 bis 400 Stellplätze eingeplant werden, wobei vermutlich mit doppelt so vielen Arbeitsplätzen zu rechnen ist. Einen Großteil der Plätze unter der Brücke dürften dann an Werktagen die neuen Mitarbeiter*innen in der Bürostadt am Osthafen belegen – vor allem dann, wenn die Parkplätze unter der Brücke im Gegensatz zu den Tiefgaragenplätzen kostenfrei wären.

Bewohnerparken im Ortskern

Ausdrücklich angesprochen wurde hingegen, dass der Großparkplatz den Ortskern vor allen Dingen am Wochenende entlasten und für externe Hafenbesucher zur Verfügung stehen soll. Damit diese den Parkplatz annehmen, der gut zehn Gehminuten vom Weinstand auf dem Hans-Römer-Platz und 20 Minuten Gehweg vom Westhafen entfernt ist, schlug Kowol vor, im Ortskern Bewohnerparken einzurichten: „Wir wollen diejenigen, die von außen im Ortskern parken möchten, gar nicht mehr dort zulassen. Das ist aber eine Entscheidung des Ortsbeirats.“

Bislang hat der Schiersteiner Ortsbeirat eine Bewohnerparkregelung für den Ortskern immer abgelehnt. Zuletzt war dieses Thema bei einer Bürgerversammlung im Oktober 2018 ausführlich mit rund 100 Bürger*innen diskutiert worden.

Die damaligen Ausführungen der Verwaltung zum Thema hatten nahegelegt, dass für die Einführung des Bewohnerparkens die jetzigen Parkgelegenheiten umstrukturiert werden müssten. Das könnte dazu führen, dass im Ortskern am Ende weniger Parkraum für die Anwohner zur Verfügung steht: So müssten weiterhin Parkplätze für Besucher eingerichtet werden, die dann zwei Stunden mit Parkscheibe dort stehen könnten. Gleichzeitig könne so manche Parkmöglichkeit wegfallen, da im Anwohnerparkgebiet die Parkplätze eingezeichnet sein müssten.

Kowol relativierte nun diese Vorgaben: „Der halblegale Zustand, den wir jetzt haben, könnte weiter aufrechterhalten werden. Wir müssten gerade im Ortskern nicht jeden Platz markieren.“

 


Osthafen: SEG wurde zur Einhaltung der Zusatzbeschlüsse verpflichtet

Die minimalen Zugeständnisse, die in der Stadtverordnetenversammlung in einem gesonderten Beschluss zum Bebauungsplan für den Osthafen festgelegt wurden, sind durch den erforderlichen Gesellschafterbeschluss der SEG gesichert.

Auf Nachfrage der Initiative Zukunft Schierstein teilte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende am 24. Februar 2021 mit:

"Der Gesellschafterbeschluss der SEG, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Wiesbaden unter HRB 2296, wurde Ende Januar 2021 gefasst."

Der Gesellschafterbeschluss entspreche inhaltlich dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung und weise die SEG an, dessen Beschlusspunkte 2a-f umzusetzen.

Konkret sind das folgende Zusatzvereinbarungen zum Bebauungsplan Osthafen, mit denen die SEG angewiesen wird:

a) kein Hochhaus (gemäß §2 (9) Punkt 1 der HBO 2020) auf den im Eigentum der SEG befindlichen Grundstücken am Schiersteiner Osthafen zu errichten und die Technikaufbauten möglichst „unsichtbar“ auf dem Kranhaus zu positionieren.

b) bei einem möglichen Verkauf der Grundstücke zur weiteren Entwicklung auszuschließen, dass ein Hochhaus (gemäß §2 (9) Punkt 1 der HBO 2020) durch einen Dritten errichtet werden könnte.

c) dass bei der Errichtung des Bürogebäudes im Bereich SO3 keine Gebäudebreite über 50 Meter realisiert wird.

d) bei einem möglichen Verkauf der Grundstücke zur weiteren Entwicklung sicherzustellen, dass im Bereich SO3 kein Gebäude mit einer Breite über 50 Meter durch einen Dritten errichtet wird.

e) sicherzustellen, dass innerhalb der mit GL festgesetzten Fläche für das Gehrecht ein Korridor (Querschnitt) von mindestens 5 m gewährleistet wird.

f) für den Fall, dass die geplante Durchwegung im Bereich der Schufa nicht barrierefrei ausgeführt wird, auf Grundstücken der SEG die Barrierefreiheit sicherzustellen.

Zukunft Schierstein hatte auf den Gesellschafterbeschluss gedrängt, um sicherzustellen, dass mindestens diese Einschränkungen bei der anstehenden Bebauung des Osthafens berücksichtigt werden. Denn seit wann und ob überhaupt der Gesellschafterbeschluss vorliegt, war bislang nicht öffentlich bekannt. Die Aufforderung der Stadtverordneten, die SEG in dieser Form in die Pflicht zu nehmen, existierte schon seit der Stadtverordnetenversammlung am 17. September 2020.

Ob diese Zusatzbeschlüsse den Bau des im Bild dargestellten achtstöckigen Kranhauses mit überragenden Obergeschossen verhindern wird, scheint unwahrscheinlich. Denn Hochhäuser gemäß § 2 (9) Punkt 1 der HBO 2020 sind "Gebäude von mehr als 22 m Höhe", wobei mit Höhe das "Maß der Oberkante des Rohfußbodens des höchstgelegenen Geschosses, in dem ein Aufenthaltsraum vorhanden oder möglich ist", bezeichnet wird. Die am Osthafen entstehenden Gebäude könnten also deutlich über 22 Metern liegen und per Definition trotzdem keine Hochhäuser sein.

So sehen die Pläne der SEG für den Osthafen aus. Quelle: SEG Stadtentwicklungsgesellschaft Wiesbaden

Am Schiersteiner Osthafen werden erste Fakten geschaffen

Am Rosenmontag 2021 wurden mit Baumfällungen entlang der Ostseite des Schufa-Gebäudes erste Tatsachen zur Bebauung des Areals geschaffen. Betroffen ist das bereits vor dem Beschluss über den Bebauungsplan an einen Investor verkaufte Grundstück, das direkt an das Schufa-Gebäude anschließt.

Für alle anderen Grundstücke sollten gemäß der Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vom 17. September 2020 Einschränkungen bzgl. der Bebaubarkeit mit der SEG vereinbart werden. Unbekannt ist, ob die Stadt Wiesbaden inzwischen wie vereinbart, einen dazu notwendigen Gesellschafterbeschluss der SEG erwirkt hat. Zukunft Schierstein hat darum heute in einem Brief an Oberbürgermeister Mende nachgefragt, wie weit die Stadt mit der Umsetzung der bereits im September beschlossenen Einschränkungen zur Bebauung des Osthafens ist.

Der Brief ist hier abrufbar:

Brief an OB Mende, Osthafen - Gesellschafterbeschluss SEG, 15.2.2021

Es geht um folgenden Sachverhalt: Flankierend zum Beschluss über den Bebauungsplan Osthafen hatte die Rathauskoalition aus CDU, Grünen und SPD im September 2020 wenige Zugeständnisse bezüglich der Bauhöhen und -breiten am Osthafen beschlossen. Damit sollte unter anderem sichergestellt werden, dass kein Hochhaus auf den im Eigentum der SEG befindlichen Grundstücken errichtet wird und dies auch bei einem Verkauf an einen Investor ausgeschlossen ist. Außerdem sollte vermieden werden, dass eine Gebäudebreite über 50 Meter realisiert wird.

Der beschlossene Bebauungsplan selbst schließt all dies nicht aus. Darum sollte die SEG als möglicher Bauherr oder Vermarkter der Grundstücke in die Pflicht genommen werden. Dazu ist allerdings ein Gesellschafterbeschluss notwendig, den der Magistrat der Stadt Wiesbaden erwirken sollte.

Ob und wann dieser Gesellschafterbeschluss getroffen wurde, ist nicht öffentlich bekannt.
Falls der Magistrat fünf Monate nach der Verabschiedung des Bebauungsplans noch keinen Gesellschafterbeschluss zum Osthafen erwirkt haben sollte, ist die Stadtentwicklungsgesellschaft auch noch nicht verpflichtet, geringere Bauhöhen und -breiten am Osthafen einzuhalten als sie der Bebauungsplan vorsieht. Auch Investoren, die ohne diese Bindung aus dem Gesellschafterbeschluss Grundstücke kaufen, können den Bebauungsplan voll ausschöpfen und die befürchteten „Hochhäuser” und „Bauriegel” an den Hafen setzen.

Die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vom September 2020 würden so ad absurdum geführt. Die Rodungen am Osthafen zeigen, dass keine weitere Zeit verstreichen sollte, um zumindest für die anderen Grundstücke noch zu retten, was gerettet werden kann.


Nachgefragt - Schulstandort Osthafen?

Aktuell plant die Stadt Wiesbaden die bauliche Erweiterung der Hafenschule und der Erich Kästner-Schule an ihren Standorten. Zukunft Schierstein fordert diese Variante bereits seit vielen Jahren und unterstützt die aktuellen Planungen.

In Schierstein wird nun aber teilweise darüber diskutiert, ob nicht die Erich Kästner-Schule und/oder die Hafenschule auf dem östlichsten Grundstück am Osthafen im Sondergebiet 3 (SO 3) neu gebaut werden könnten. Wir hatten dazu bereits einen Beitrag veröffentlicht: Schule(n) am Osthafen?

Christian Lahr, Bildungsplaner der Stadt Wiesbaden, hatte diese Möglichkeit bereits in der Ortsbeiratssitzung am 16. Dezember verneint.

Zukunft Schierstein hat nach den Details gefragt, um seine Aussage besser nachvollziehen zu können.
Wir wollten wissen:

  1. wie groß das SO 3 ist,
  2. wieviel qm Grundfläche in etwa für den Neubau der Hafenschule notwendig wären und
  3. wieviel Platz die Erich Kästner-Schule benötigen würde.

Am 2. Februar erreichte uns eine ausführliche Mail von Herrn Lahr, mit der er "nach Rücksprache mit weiteren Fachämtern der Stadt", unsere Fragen beantwortet hat:

"Das Gebiet SO 3 ist ca. 2.500 qm groß, für den Neubau einer Grundschule präferieren wir eine Grundfläche von ca. 6.000 qm, eine weiterführende 4-zügige Schule planen wir auf ca. 10.000 qm ein. Diese Werte können natürlich variieren, wenn im Bestand (um)geplant wird.

Bei dem Gebiet SO3 kommen aber auch noch weitere Faktoren hinzu, die uns von einer Schulplanung absehen lassen: Zum einen ist auch dieses Gebiet von Gewerbeflächen umgeben, was bei dem weitaus größeren Grundstück östlich der Autobahnbrücke, das für einen Neubau der EKS vorgesehen war, auf breite Kritik gestoßen ist und das an dieser Stelle direkt in Nachbarschaft zur Grundschule auch bzgl. des Lärms nicht unproblematisch sein könnte. Hinzu kommt: das SO 3 hat eine Gesamtfläche von ca. 2.500 qm. Bei der GRZ von 0,5 ergibt das 1.250 qm Grundfläche und bei der GFZ von 1,5 eine maximale Brutto-Geschossfläche 3750 qm + 0,75x 1250 qm (Staffelgeschoss ohne Anrechnung auf GFZ): 4687,5 qm.

Bei der gesamten Länge des Baufensters bedeutet das, dass ein Gebäude mit 78,3 m Länge und ca. 16 m Breite (78x16= 1250) entstehen muss, also nahezu das gesamte Baufenster bebaut ist. Und nur die Randflächen von 3m nach Norden und ca. 6m nach Süden frei bleiben sowie die Grundstücksecke zum Hafenweg. Das heißt, es bliebe kein Platz für einen Schulhof, auch die nachzuweisenden Stellplätze (Autos und Fahrräder) wären nur schwer zu realisieren. Schließlich lieg das Gebiet am äußersten Rand des Grundschulbezirks, was in puncto Schulweglänge und –sicherheit zumindest keine Verbesserung darstellt.

Wir werden daher aus all den o.a. Gründen zunächst die bauliche Erweiterung der Hafenschule am bisherigen Standort prüfen und dem Ortsbeirat wie angekündigt über die Ergebnisse dieser Prüfung berichten."


Wie still ruht der See am Osthafen?

Am Mittwoch, 27. Januar 2021, haben sich Ortsbeiratsmitglieder zu einem informellen Video-Austausch getroffen. Die reguläre für diesen Abend geplante Ortsbeiratssitzung ist entfallen.

Zukunft Schierstein hatte in einem Beitrag daran erinnert, dass aktuell einige Fragen offen sind – unter anderem:

  • Wie geht es weiter mit unseren Schulen, gibt es schon erste Erkenntnisse zum Verbleib von Hafenschule und Erich Kästner-Schule an ihren Standorten?
  • Vor vier Monaten wurde der Bebauungsplan Osthafen beschlossen. Hat bereits ein Investor einen Bauantrag gestellt? Gibt es inzwischen Interessenten für die Grundstücke am östlichen Ende des Areals?
  • Bereits Ende 2019 wurde über die Entwicklung des Grundstücks an der Freudenbergstraße hinter dem Bahnübergang diskutiert. Anwohner berichteten, dass es Gerüchte über den Verkauf des Grundstücks der Firma Georg Luh und der Pferdewiese daneben gebe. Gibt es hierzu Neuigkeiten?

Der stellvertretende Ortsvorsteher, Walter Richters, teilte am Freitag mit, dass alle drei Punkte mit "Nein" zu beantworten seien.

Unbekannt ist auch, ob oder wann der Magistrat der Stadt Wiesbaden den versprochenen Gesellschafterbeschluss zu den Bauhöhen und Baubreiten am Osthafen bei der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) erwirkt hat.

Kurz erklärt:
Die SEG vermarktet die Grundstücke am Osthafen - verkauft also an Investoren, die Büros bauen wollen, oder baut selbst und verkauft dann. Der Gesellschafterbeschluss soll die Stadtentwicklungsgesellschaft verpflichten, bestimmte Bauhöhen und -breiten am Osthafen nicht zu überschreiten. Daran könnten dann auch zukünftige Investoren, die selbst bauen wollen, gebunden werden.

Doch Investoren, die ohne diese Bindung aus dem Gesellschafterbeschluss Grundstücke kaufen, können den Bebauungsplan voll ausschöpfen und die befürchteten "Hochhäuser" und "Bauriegel" an den Hafen setzen. Darum ist es wichtig, dass der Magistrat der Stadt Wiesbaden schnellstmöglich (eigentlich schon vor vier Monaten) die SEG anweist, den Gesellschafterbeschluss zu fassen. Ansonsten wird jede Eingriffsmöglichkeit, die uns im vergangenen September vollmundig in den Zusatzanträgen der Koalitions-Parteien zum Bebauungsplan versprochen wurde, hinfällig.


Zukunft Schierstein plädiert für Info-Livestream aus dem Ortsbeirat

Coronabedingt fällt erneut eine Ortsbeiratssitzung in Schierstein aus. Diesmal ist der Termin am 27. Januar 2021 betroffen. Alternative könnte ein Online-Angebot sein. Eine offizielle Videositzung mit Beschlüssen scheint nach den Vorgaben des Landes Hessen zwar nicht erlaubt zu sein. Doch nichts spräche gegen einen Livestream, bei dem der Ortsvorsteher den Ortsbeirat und interessierte Bürger*innen über die neuesten Entwicklungen informiert und sich dazu austauscht – ohne Beschlüsse zu fassen.

Der Oberbürgermeister macht es ja schon länger vor und bietet Online-Sprechstunden an. Diese Sprechstunden sind sogar noch nach ihrem Ende im Netz abrufbar: https://www.wiesbaden.de/rathaus/stadtpolitik/oberbuergermeister/buergersprechstunde.php

Genau in diesem Rahmen darf und kann sicher auch ein Ortsvorsteher bzw. ein Ortsbeirat informieren.

Die Mitglieder des Schiersteiner Ortsbeirats treffen sich zwar am 27. Januar zu einer „informellen“ Online-Sitzung zwecks Informationsaustauschs und ohne Beschlüsse oder Teilnahmepflicht. Für die Bürger*innen  gibt es aber keinen Zugang.

Auf Anfrage bei Ortsvorsteher Urban Egert teilte dieser bereits vergangene Woche mit, dass der Ortsbeirat noch keine Lizenzversion für eine Online-Sitzung habe, die eine “virtuelle” Teilnahme der Bürger*innen ermöglichen würde. Die Lizenz sei aber beantragt.

Zukunft Schierstein hofft, dass diese Lizenz dann bald da ist. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass in etwas mehr als einem Monat, am 3. März, auch die nächste geplante Ortsbeiratssitzung entfällt oder wieder nur eine Handvoll Gäste im Dotzheimer Bürgerhaus erlaubt sein werden, ist groß. Schade wär’s, denn gerade das ist auch die letzte Sitzung des amtierenden Ortsbeirats vor der Ortsbeiratswahl am 14. März.

Auch wenn dann (online) wieder keine Beschlüsse getroffen werden können, so steht doch in Schierstein genug Interessantes auf der Agenda, wozu die Menschen vor Ort auf Infos hoffen – unter anderem:

  • Wie geht es weiter mit unseren Schulen, gibt es schon erste Erkenntnisse zum Verbleib von Hafenschule und Erich Kästner-Schule an ihren Standorten?
  • Vor vier Monaten wurde der Bebauungsplan Osthafen beschlossen. Hat bereits ein Investor einen Bauantrag gestellt? Gibt es inzwischen Interessenten für die Grundstücke am östlichen Ende des Areals?
  • Bereits Ende 2019 wurde über die Entwicklung des Grundstücks an der Freudenbergstraße hinter dem Bahnübergang diskutiert. Anwohner berichteten, dass es Gerüchte über den Verkauf des Grundstücks der Firma Georg Luh und der Pferdewiese daneben gebe. Gibt es hierzu Neuigkeiten?


Schule(n) am Osthafen?

Ein Leserbrief im Wiesbadener Kurier hat in Schierstein viel Beachtung gefunden: Heinz Bähr schlägt darin vor, den Neubau der Schule auf dem Osthafengelände zu realisieren. Zukunft Schierstein greift diesen Gedanken gerne auf und erläutert die Sicht der Bürgerinitiative.

Aktueller Stand

Aktuell prüft die Stadt Wiesbaden die Sanierung und Erweiterung von Erich Kästner- und Hafenschule an ihren jetzigen Standorten. Zukunft Schierstein fordert seit Jahren genau das: den Erhalt und die Erneuerung der beiden Schulen an ihren Standorten. Wenn der jetzt (endlich auch von der Stadt) verfolgte Plan gelingt, besteht aus unserer Sicht kein Grund, die Option Osthafen in Betracht zu ziehen.

Vorteil Osthafen

Natürlich hätte der Vorschlag den Vorteil, dass der Osthafen (zum Teil) statt für Bürobauten für das Schiersteiner Gemeinwohl genutzt werden könnte. Das ist absolut verständlich. Aber macht es Sinn, diesen „Vorteil“ gegen den Erhalt der Standorte der beiden Schulen zu „stellen“?

Nach einem Jahrzehnt Stillstand beim Schulneubau in Schierstein wird endlich die naheliegendste und aussichtsreichste Lösung geprüft, beide Schulen an ihren Standorten zu sanieren und zu erweitern. Zukunft Schierstein möchte dieser Lösung eine Chance geben.

Plan D

Selbstverständlich müssen wir aber vorausschauend mit dem Thema umgehen. Bereits zweimal sind „Ideen“ (Plan A und Plan B) der Stadt bzgl. der Schulen gescheitert. Beide Male hatte Zukunft Schierstein schon vorab darauf hingewiesen, dass die Pläne sehr wahrscheinlich nicht „funktionieren“ werden. Beide Male haben wir Recht behalten. Vielleicht haben wir ja auch ein drittes Mal Recht und beide Standorte können erhalten bleiben (Plan C).
Trotzdem: Was, wenn wir diesmal nicht „Recht behalten“? Für diesen Fall braucht es Plan D.

Option Schulbau am Osthafen

Überhaupt möglich wäre der Schulbau vermutlich nur im Sondergebiet 3 (SO 3) – also im östlichsten schmalen Stück des Osthafens. Denn nur für dieses Gebiet gelten nicht die Einschränkungen, auf die sich die Stadt in den Verhandlungen mit Fischer Chemie eingelassen hat.

Christian Lahr, Bildungsplaner der Landeshauptstadt Wiesbaden, hat in der Ortsbeiratssitzung am 16. Dezember 2020 bestätigt, dass der Schulbau höchstens im SO 3 möglich sei. Trotzdem schloss er den Standort für den Schulbau aus. Das Grundstück im Sondergebiet 3 des Osthafens sei schlichtweg zu klein dazu. Wie groß das Grundstück ist und wieviel Platz der Neubau beider oder einer der beiden Schulen benötigt, hat er jedoch nicht mitgeteilt.

Wichtige Daten fehlen

Zukunft Schierstein hat darum in einem Schreiben vom 25. Januar 2021 Herrn Lahr um Auskunft darüber gebeten:

  1. Wie groß das Grundstück im Sondergebiet 3 am Osthafen ist,
  2. wieviel qm Grundfläche in etwa für den Neubau der Hafenschule notwendig wären und
  3. wieviel Platz die Erich Kästner-Schule benötigen würde.

Mit der Grundstücksgröße des SO 3 „steht und fällt“ vermutlich die Option Osthafen. Solange diese Daten fehlen, lässt sich nichts über die Eignung des Osthafens für den Schulneubau sagen.

Ob diese Option überhaupt eine gute Option wäre, hängt wiederum von vielen weiteren Faktoren ab, die im Detail und vor allen Dingen mit den Betroffenen (den Schulgemeinschaften) durchdacht werden müssten.

Was wollen die Schulen?

Wie die Schulen zu einer solchen Verlegung an den Osthafen stehen würden, wissen wir (noch) nicht.

Aktuell entspricht die Sanierung an Ort und Stelle, die gerade in Prüfung ist, offenbar den Wünschen der beiden Schulgemeinschaften.

Die Erich Kästner-Schule hat sich nie gegen die Campuslösung gesträubt, die mit dem Verbleib der Schule an ihrem jetzigen Standort verbunden gewesen wäre. Darum scheint unwahrscheinlich, dass sie sich jetzt gegen eine Lösung stellt, die ihren Verbleib im Ortskern genauso bzw. sogar noch mit mehr Platz sichert.

Die „Ertüchtigung der Hafenschule an ihrem Standort“ entspricht ebenfalls dem seit langer Zeit immer wieder vorgetragenen Wunsch der Schulgemeinschaft der Hafenschule und vieler Schiersteiner*innen.

Hierzu gab es vor einigen Jahren Umfragen (direkt an der Schule) und sogar eine Petition mit hoher Beteiligung und sehr klarem Ergebnis für den Erhalt der Hafenschule an ihrem Standort.

Auch nach Informationen von Herrn Lahr (Schulamt) bei der letzten Ortsbeiratssitzung haben sich beide Schulleiter*innen positiv zu der Idee geäußert, die Schulen an Ort und Stelle zu sanieren und zu erweitern. Der Schulleiter der EKS habe sich sogar deutlich gegen eine Verlagerung auf das Grundstück neben der Autobahnbrücke auf Biebricher Seite ausgesprochen.

Wenn die beiden Schulen die Sanierung und Erweiterung an ihren Standorten selbst befürworten, dann sollte – zumindest aus pädagogischer Sicht – nichts  dagegen sprechen.

Machbarkeit: „Erhalt beider Schulen an ihren Standorten“

Dass die Erich Kästner-Schule an ihrem jetzigen Standort auf fast 15.000 qm Fläche saniert und erweitert werden kann, steht außer Frage.

Wir gehen davon aus, dass dies auch für die Hafenschule zutrifft.

Zukunft Schierstein hat von Beginn an darauf hingewiesen, dass es möglich ist, die Hafenschule an ihrem jetzigen Standort zu sanieren und zu erweitern. Siehe dazu auch : https://zukunft-schierstein.de/einfach-mal-die-kirche-im-dorf-lassen-und-die-schulen-auch/ und https://zukunft-schierstein.de/unsere-themen/schulcampus-und-dreifeldersporthalle/

Der Schiersteiner Ortsbeirat hat indes ein anderes Konzept favorisiert: die „Campus-Lösung“. Grund dafür war wohl die Hoffnung, so die EKS schneller sanieren zu können und eine größere Turnhalle zu erhalten. Beide Argumente sind allerdings seit Jahren hinfällig.

Es steht vollkommen außer Frage, dass beide Schulen erweitert und saniert werden müssen und sollen. Das spiegelt sich auch darin wider, dass beide Schulen bereits seit 2017 auf demselben Platz der Prioritätenliste der Stadt für den Schulbau stehen.

Wenn ab und an zu lesen ist, dass „die EKS nicht hinten runterfallen darf“, dann entbehrt das aktuell jeder Grundlage. Nichts weist darauf hin, dass eine der beiden Schulen bevorzugt behandelt werden würde.

Bzgl. der Turnhalle ist es so, dass die aktuelle Prüfung von einer gemeinsamen Halle für beide Schulen am Standort der EKS ausgeht. Die größere Halle wäre also auch beim Verbleib beider Schulen an ihren Standorten gewährleistet bzw. sogar ein „Muss“, um den Bedarf beider Schulen zu decken.