Im Ortsbeirat Schierstein wird diesen Mittwoch, 19. August 2026, die sogenannte Ausführungsvorlage zur Sanierung und Erweiterung der Hafenschule beraten. Die grundlegende Modernisierung und dringend notwendige dauerhafte Erweiterung auf drei Klassen pro Jahrgang und der Ausbau für die Ganztagsbetreuung beschäftigt die Stadt Wiesbaden inzwischen bereits seit 12 Jahren. Nun soll im November 2027 mit dem Abbruch der alten Hafenschule begonnen werden.

Für den Abbruch veranschlagt die Stadt vier Monate, die eigentliche Bauzeit soll im Anschluss 28 Monate dauern, Ausstattung und Umzug weitere vier Monate. Nach insgesamt 36 Monaten bzw. drei Jahren wäre die neue Schule dann also kurz vor dem Jahreswechsel 2030/2031 bezugsfertig.

Fast zwei Jahrzehnte Projektzeit

Die gesamte Planung und Ausführung hätte dann 16 Jahre in Anspruch genommen, um Lücken zu schließen, die durch steigende Schülerzahlen, zunehmenden Bedarf und Anforderungen an Ganztagsbetreuung und die notwendige Sanierung schon seit fast zwei Jahrzehnten bestehen.

Abriss des 50er-Jahre Baus und Erhalt denkmalgeschützter Gebäude

Im Einzelnen wird das bestehende Schulgebäude aus den 1950er-Jahren, in dem heute noch Klassenräume, Sekretariat und Lehrerzimmer untergebracht sind, abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

 

Das denkmalgeschützte Schulhaus von 1884 bleibt erhalten und wird saniert. Hier soll künftig vor allem Verwaltung untergebracht werden.

Die heutige Turnhalle fällt am Standort ersatzlos weg und wird künftig als Mensa genutzt. Für den Neubau der Schulerweiterung ist eine Photovoltaikanlage geplant.

Interims-Containeranlage an der Saarbrücker Allee

Da die Schule während der Baumaßnahme nicht genutzt werden kann, soll eine Interimsanlage an der Saarbrücker Allee errichtet werden. Der Umzug in den Ausweichstandort war zunächst für diesen Sommer geplant, musste aber verschoben werden (Zukunft Schierstein hat berichtet: https://zukunft-schierstein.de/umzug-und-neubau-der-hafenschule-verzoegern-sich-um-weiteres-jahr/).

Umzug in den Interimsstandort im Sommer 2027

Nach aktuellem Zeitplan soll das Interim nun im Mai 2027 fertiggestellt sein und die Hafenschule in den Sommerferien 2027 in die Containeranlage umziehen. Erst danach können die eigentlichen Bauarbeiten auf dem heutigen Schulgelände beginnen. Nach dem derzeitigen Rahmenterminplan ist der Beginn der Abbrucharbeiten ab November 2027 vorgesehen.

Sportunterricht nicht mehr an der Hafenschule

Eine der größten Veränderungen, die in der Bauzeit und auch nach der Fertigstellung auf die Hafenschule zukommt, betrifft den Sport. Die heutige Turnhalle der Hafenschule wird nicht als Turnhalle erhalten bleiben, sondern zu einer Mensa mit Ausgabeküche umgebaut werden. Damit entfällt die bisherige Sporthalle dauerhaft für den Sportunterricht.

Der Sportunterricht muss deshalb während der gesamten Übergangszeit an andere Orte verlagert werden. Für die Zeit im Interim sind folgende Möglichkeiten vorgesehen:

  • die Sporthalle der Turngemeinde Schierstein,
  • der an den Interimsbau angrenzende Sportplatz,
  • ein großer Bewegungsraum, der im Interimsgebäude eingerichtet wird,
  • außerdem Sportstunden in der derzeitigen Halle auf dem Gelände der Erich-Kästner-Schule (EKS).

Perspektivisch soll der Sportunterricht in einer neuen Sporthalle der Erich-Kästner-Schule stattfinden. Dafür muss aber zunächst ein Umbau des Rheingau-Palais und der Umzug der EKS in diesen stattfinden. Nach den bisherigen Plänen soll dann auf einem Teil des dann freien EKS-Schulgeländes eine neue Vierfeld-Sporthalle entstehen.

Keine Neuigkeiten zur EKS

Hierzu gibt es allerdings seit dem plötzlichen Abbruch der Planungen (Zukunft Schierstein hatte berichtet: https://zukunft-schierstein.de/erich-kaestner-schule-im-schweinsgalopp-ins-rheingau-palais/) für den ursprünglich am jetzigen Standort der EKS geplanten Neubau der Schule keine Neuigkeiten.

Ganztagsanspruch zunächst mit Einschränkungen

Nicht ganz reibungslos verläuft auch der Umstieg auf den Ganztag. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung hat an der Hafenschule – wie gesetzlich vorgesehen – mit dem Schuljahr 2026/27 begonnen. Die Sitzungsvorlage weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass der Anspruch im Schuljahr 2026/27 nur mit Einschränkungen umgesetzt werden kann. Grund dafür ist, dass sich die Fertigstellung des Interimsgebäudes zeitlich verschoben hat. Ab dem Schuljahr 2027/28 soll die Ganztagsbetreuung dann im ausreichend groß geplanten Interimsgebäude umgesetzt werden können.

Kosten seit 2023 verdoppelt

Gleich verdoppelt haben sich laut der Sitzungsvorlage die Kosten des Projekts: In der Grundsatzvorlage von 2023 war zunächst ein grober Kostenrahmen von rund 20,4 Millionen Euro vorgesehen. Die aktuelle Kostenberechnung geht dagegen von rund 42,5 Millionen Euro aus. Als Gründe nennt die Sitzungsvorlage unter anderem die zeitliche Verschiebung und gestiegene Baupreise, den zusätzlichen Aufwand für Abriss und Neubau, höhere Anforderungen an Nachhaltigkeit, neue statische Erkenntnisse, schwierige Baugrundverhältnisse, belastetes Erdreich sowie Anpassungen an die pädagogischen Anforderungen.

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