Umstrittener Vorab-Verkauf des Grundstücks neben der Schufa an Union Investment rächt sich jetzt

So gut wie beschlossen? Der höhere Verwaltungsanbau für die Erweiterung der Schufa könnte so aussehen. Bild: SEG – gezeigt bei der ersten Vorstellung der Pläne im Ortsbeirat 2018.

Unter großem Protest aus Schierstein und auch damals schon GEGEN den Willen des Schiersteiner Ortsbeirats hatte die Stadt Wiesbaden noch vor dem Jahreswechsel 2019/2020 dem Verkauf des ca. 2.000 qm großen Grundstücks neben dem  von der Schufa genutzten Gebäude am Schiersteiner Hafen zugestimmt. Man wolle Union Invest und der Schufa Planungssicherheit verschaffen, hieß es damals von Seiten der Stadt. Und das, obwohl vermutlich niemals in Rede stand, dass das Grundstück an jemand anderen als den Vermieter der Schufa gehen sollte. Denn Union Investment ist bisher offenbar der einzige Interessent für weitere Bürogebäude am Osthafen.

Zukunft Schierstein hatte bei der Diskussion um den vorzeitigen Verkauf damals bereits die besorgte Frage gestellt, wie stark der Grundstücksverkauf die noch nicht beschlossenen Planungen zum Osthafen zementiert und Fakten schafft. Inzwischen wissen wir, dass dieser voreilige Verkauf sich am Donnerstag mit einer Entscheidung des Stadtparlaments für den Bebauungsplan rächen könnte. Denn es zeichnet sich eine Mehrheit ab, die zum Bebauungsplanentwurf für den Osthafen einen Gesellschafterbeschluss mit der SEG erwirken will. Dieser Gesellschafterbeschluss könnte zwar zu einer Reduzierung der Gebäudehöhen führen. Aber: Das gilt selbstverständlich ausschließlich für Gebäude auf solchen Grundstücken, die im Eigentum der SEG stehen. Und das trifft genau auf das Grundstück direkt neben der Schufa eben nicht mehr zu.

Union Investment wird hier also genauso bauen dürfen  – und dies sehr wahrscheinlich auch tun – wie es im Bebauungsplan vorgesehen ist. Damit wird mindestens auf diesem 2.000 qm Grundstück die Bürobebauung direkt an der Promenade so fortgeführt, wie es bereits jetzt der Fall ist. Also OHNE zurückgesetzten Bau, direkt neben dem Fußgängerweg und: Mindestens noch eine Etage HÖHER als das jetzige Schufa-Gebäude. 

Einzige Konsequenz für alle Stadtverordneten, die den Ortsbeirat Ernst nehmen wollen, kann sein: Den Bebauungsplan-Entwurf in seiner jetzigen Form ablehnen! Denn die Bedingung des Schiersteiner Ortsbeirats, dass höchstes Maß für die neuen Gebäude die Oberkante des jetzigen Schufa-Gebäudes sein soll (nach Osten abfallend!), greift weder der Bebauungsplan noch der vorgeschlagene Gesellschafterbeschluss mit der SEG auf.