Stellungnahme der Initiative Zukunft Schierstein zum Osthafen an alle Stadtpolitiker verschickt

Die Stadt plant, ein bisher brachliegendes Gelände im Osten des Schiersteiner Hafens in ein Sondergebiet umzuwandeln. Aktuell ist ein Teil des Geländes laut gültigem Bebauungsplan als öffentliche Grünfläche ausgewiesen, aber trotz entsprechender – seit 1980 vorliegender Pläne – nicht zur öffentlichen Nutzung entwickelt. 

Der Schiersteiner Ortsbeirat beschäftigt sich mit den Plänen zur Bebauung mit Verwaltungsgebäuden in seiner Sitzung am 19. August 2020. Vermutlich wird wenig später die Entscheidung über die Zukunft des Gebiets am Osthafen in der Stadtverordnetenversammlung getroffen. Die Initiative Zukunft Schierstein hat darum allen Fraktionen im Ortsbeirat Schierstein und den Wiesbadener Rathausfraktionen eine ausführliche Stellungnahme zum Vorhaben am Osthafen zukommen lassen, die hier abrufbar ist:

Mit den neuen Plänen wird am Osthafen eine 

  • bis zu 90prozentige Bodenversiegelung und
  • eine Bebauung mit bis zu achtstöckigen Büro- und Verwaltungsgebäuden möglich.

Aus Sicht der Initiative Zukunft Schierstein ist dieses Vorhaben vor allem unter klimatischen Aspekten für den Ortsteil und ganz Wiesbaden unvertretbar: 

  • Der gesamte Ortskern ist laut Klimafunktionskarte der Stadt Wiesbaden ein „Intensives innerstädtisches Überwärmungsgebiet mit eingeschränktem Luftaustausch“. 
  • Die von der SEG beauftragte Klimafolgenbetrachtung zu den Plänen kommt zu dem Schluss, dass die „thermischen Negativeffekte der geplanten Bebauung“ nicht völlig ausgeglichen werden können
  • Hinzu kommt, dass Schierstein laut der KLIMPRAX-Studie des Landes Hessen zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Ortsteilen in Wiesbaden gehört.

Die Initiative Zukunft Schierstein lehnt die hochverdichtete Bebauung daher ab und plädiert für, die Entwicklung der Fläche als Erholungsgebiet und als Gegenpol zum stark ausgelasteten Westhafen, in dessen Wasserschutzgebiet die Besucherströme immer häufiger für Konflikte sorgen. Als Kompromiss wäre eine maßvolle Erweiterung des bestehenden Schufa-Gebäudes auf einem kleineren Grundstücksanteil vorstellbar (Bau nur des ersten geplanten Gebäudes im Anschluss an die Schufa). 

Zu den negative Auswirkungen auf das Mikroklima in Schierstein äußert sich Zukunft Schierstein ausführlich ab Seite 9 der Stellungnahme.

Gegen die Pläne, das gesamte Grundstück mit Verwaltungsgebäuden zu bebauen, spricht außerdem:

Das als öffentliche Grünfläche vorgesehene Gebiet wird der Öffentlichkeit dauerhaft entzogen (siehe Seite 3 der Stellungnahme)

Die vorgesehene Bebauung riegelt Schierstein im Bereich des Osthafens noch weiter vom Hafen ab (siehe Seite 5 der Stellungnahme)

Zusätzliche Beeinträchtigung des ohnehin schon stark mit Verkehr belasteten Ortskerns von Schierstein (siehe Seite 8 der Stellungnahme)

Negative Auswirkungen auf Schierstein als Naherholungsgebiet für ganz Wiesbaden (siehe Seite 15 der Stellungnahme)