Ortsbeirat fordert Finanzierung des neuen Schulbootshauses

Der Schiersteiner Ortsbeirat hat die Wiesbadener Stadtpolitik aufgerufen, den Neubau des Schulbootshauses im Schiersteiner Hafen in der kommenden Haushaltsperiode 2024/2025 umzusetzen. Die Zeit für den Neubau drängt, da die Genehmigung des Regierungspräsidiums Darmstadt für das provisorische Bootshaus auf der Westhafenwiese im Trinkwasserschutzgebiet schon in diesem Zeitraum ausläuft.

Provisorium auf Zeit: Mit vielen Auflagen versehen konnte Mitte 2022 eine Zwischenlösung zur Lagerung der Boote und Gerätschaften geschaffen werden. Doch die Genehmigung hierfür läuft schon bald aus.

Sollte bis dahin kein dauerhafter Ersatz für das seit Jahren marode und inzwischen mit einem Betretungsverbot belegte Schulbootshaus im Hafenbecken geschaffen sein, steht der Rudersport – gerade in den Bereichen Schule, Kinder und Jugend – vor dem Aus.

Notfall mit Ansage: Das alte Schulbootshaus (Baujahr 1986) war bereits jahrelang marode und darum seit März 2017 nur noch im sogenannten Notbetrieb. Im Dezember 2021 wurde es endgültig gesperrt. Der Rudersport vornehmlich für Kinder und Jugendliche im Schiersteiner Hafen musste in der Folge für viele Monate eingestellt werden.

Der Schiersteiner Ortsbeirat hat daher folgendes Schreiben an die Fraktionen im Wiesbadener Rathaus und an den Ausschuss für Ehrenamt, Bürgerbeteiligung und Sport gerichtet:

“Das schwimmende Schulbootshaus im Schiersteiner Hafen ist seit vielen Jahren ein Sorgenkind der Schul- und Sportpolitik in Wiesbaden. Ende 2021 haben wir dann erfahren müssen, wie bedeutend es für die Durchführung des Schulsports und der Jugendarbeit im Rudersport allgemein ist. Das schwimmende Schulbootshaus musste aufgrund gravierender Mängel gesperrt werden. Es ist irreparabel und abbruchreif. Das Rudern im Schiersteiner Hafen war ab sofort nicht mehr möglich. Dank einer schnellen Interimslösung konnte das Vereins- und Schultraining einige Monate nach der Verhängung des Betretungsverbots für das Schulbootshaus zwar wieder aufgenommen werden, doch die nahtlose Fortführung dieses Angebots für den Wiesbadener Rudernachwuchs und die weiterführenden Schulen in Wiesbaden hängt von der zeitnahen Errichtung eines neuen Schulbootshauses ab.

Um den dringend notwendigen Neubau des Schulbootshauses im Schiersteiner Hafen realisieren zu können, wurden bereits Planungen aufgenommen, die – so wurde uns inzwischen seitens des Schulamts versichert – in jedem Fall bis zur Bauantragsreife abgeschlossen werden können. Nach Abschluss der Planung und Vorlage der Kostenberechnung wird den Gremien das Ergebnis im Rahmen einer Ausführungsvorlage zur Genehmigung vorgelegt. Es liegt dann an Ihren Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung über die Umsetzung zu entscheiden. Wir gehen davon aus, dass die Stadtverordneten mit der Bereitstellung der Planungsmittel auch die Voraussetzungen für den Neubau schaffen wollten, denn die Bereitstellung der Beschaffungsmittel ist die logische und zwingende Folge für die erfolgreiche Vollendung des Projekts Schulbootshaus.

Um überhaupt Spielraum für eine Zustimmung seitens der Stadtverordnetenversammlung zum Neubau des Schulbootshauses zu haben, ist es allerdings unerlässlich, dass die Maßnahme im Rahmen der Haushaltsplanberatungen dem Budget des Schuldezernates zugesetzt wird. Eine Anmeldung der notwendigen Mittel erfolgte zu den „weiteren Bedarfen“ des Schulamtes. Über die Aufnahme entscheiden Ihre Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung im Rahmen der anstehenden Haushaltsplanberatungen.

Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass die Zeit für die Errichtung des neuen Schulbootshauses drängt. Das Provisorium am Schiersteiner Westhafen wurde durch das Regierungspräsidium Darmstadt nur unter strengsten Auflagen und vor allem nur zeitlich befristet genehmigt. Sollten im kommenden Haushalt 2024/2025 keine Mittel für den Ersatzbau zur Verfügung stehen, kann die Befristung nicht eingehalten werden. Die Folge: Das Schulrudern und die Jugendarbeit stünden im gern als „Sportstadt“ bezeichneten Wiesbaden – wie schon Ende 2021 – erneut vor dem Aus.

Der Ortsbeirat Schierstein bittet daher alle Fraktionen darum, dem Haushalt 2024/2025 die Mittel für den Neubau des Schulbootshauses unbedingt zuzusetzen.

Der Ausschuss für Ehrenamt, Bürgerbeteiligung und Sport wird sich bereits am Donnerstag, 14. September 2023, in seiner öffentlichen Sitzung unter TOP 8 mit dem Schulbootshaus befassen.

Auch in der Sitzung des Schiersteiner Ortsbeirats am Mittwoch, 13. September 2023 steht der Haushaltsplan und damit auch das bisher dort nicht berücksichtigte Schulbootshaus auf der Tagesordnung. Der Ortsbeirat ist sich einig, dass eine weitere Verzögerung beim Neubau nicht vertretbar ist.


RhineCleanUp am 9. September

Am Samstag, 9. September 2023, von 10 bis 13 Uhr, findet wieder der RhineCleanUp statt - auch in Schierstein!

Als Organisatoren haben sich zur Aktion angemeldet

Auf dem Parkplatz des WVS in der Christian-Bücher-Straße 16 werden Greifzangen, Mülltüten und Handschuhe ausgegeben. Außerdem wird dort wieder ein Müllcontainer stehen, wo die vollen Tüten abgegeben werden können.

Auch hier ist Treffpunkt an der Ausgabestelle vom WVS-Vereinsgelände. Haupteinsatzort von DOW ist der Osthafen an der Dieter-Horschler-Promenade/Bootsrampe.

Natürlich sind viele helfende Hände von Herzen willkommen - und leider erfahrungsgemäß auch absolut notwendig!

In diesem Sinne - hoffentlich bis Samstag!

 

 


Eröffnung Schiersteiner Brücke

Die Autobahn GmbH vermeldet in einer Pressemitteilung die Eröffnung der Schiersteiner Brücke:

A643 Rheinbrücke Schierstein – Letztes Sperrwochenende vor Verkehrsfreigabe

Vom 11.8.2023, 21 Uhr bis 14.8.2023, 5 Uhr

wird es noch eine Vollsperrung der A643 im Bereich der Anschlussstelle Äppelallee geben.

Durchgeführt werden hier unter anderem Arbeiten am Unterführungsbauwerk. Im angegebenen Zeitraum wird die A643 ab der Anschlussstelle Wiesbaden-Äppelallee in Fahrtrichtung Mainz/Bingen gesperrt. Ausgeschildert ist die Bedarfsumleitung U22 von Rüdesheim kommend zur Äppelallee (Wi-Biebrich) auf die A671. Von Wi-Stadtmitte erfolgt die Umleitung über die B54, B455, A671 zur A60. In Fahrtrichtung Wiesbaden ist die A643 ab der Anschlussstelle Mainz-Mombach gesperrt. Der Verkehr wird hier über die A60 zum Mainspitz-Dreieck und von dort weiter über die A671 nach Wiesbaden geführt. Ab dem 14. August steht den Verkehrsteilnehmern der fertiggestellte Neubau der Rheinbrücke Schierstein zur Verfügung.

Außerdem wird es am Sonntag, 13. August.2023, um 11 Uhr eine

"Feierliche Verkehrsfreigabe" der Schiersteiner Brücke

geben.

Unter anderem sollen dort der Bundesverkehrsminister Volker Wissing und der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir Ansprachen bzw. Grußworte halten.

Zudem hat das Bündnis "Nix in den Mainzer Sand setzen", dem unter anderem die Stadt Mainz angehört, sein Kommen und Protest angekündigt gegen den Autobahnausbau im Lennebergwald und Mainzer Sand. Der Protest richte sich ausdrücklich nicht gegen den Brückenbau.

Zwischen 10 und 13 Uhr plant das Bündnis eine Kundgebung in unmittelbarer Nähe der Eröffnungsfeier. Anlass für den Protest ist laut dem Bündnis die Weigerung des Verkehrsministers Wissing, die mehr als 13.000 Unterschriften der Petition ‚Kein Ausbau der A 643 im Naturschutzgebiet‘ entgegenzunehmen. Dazu heißt es in einer Pressemeldung des Bündnisses:

Die Zementierung geschützter Naturflächen inmitten der eskalierenden Klimakrise ist ein politischer Totalausfall! Wir fordern: Autobahnbau stoppen – Wald und Sand statt Asphalt!

Foto: © Autobahn GmbH / Maurice Kaluscha


Postkarten-Aktion: Schöne Ferien in Schiersteins Natur

„Schöne Ferien in Schiersteins Natur“ wünscht die Initiative ZUKUNFT SCHIERSTEIN in diesem Jahr zu Ferienbeginn mit einer neuen Postkarten-Aktion.

Wie schön Schierstein ist!

Darauf wollen wir mit unserer Postkarten-Aktion zu den Sommerferien 2023 aufmerksam machen – und wir wollen mit und für alle Menschen in unserem Ort Schierstein noch schöner und lebenswerter gestalten. Darum setzen wir uns ein für

Genießt die Zeit in Schiersteins Natur und kommt alle erholt durch den Sommer!


Öffentliche Trinkwasserspender für Schierstein

In Urlaubsländern – wie hier im Foto – aber auch in anderen deutschen Städten gehören Trinkwasserspender längst zum Straßenbild. In Wiesbaden könnte diese – gerade bei Hitze – absolut sinnvolle Einrichtung nun auch in Serie gehen.

Denn in einem Antrag zur nächsten Stadtverordnetenversammlung am 13. Juli 2023 bitten die Kooperationsfraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD, Die Linke und Volt den Magistrat darum, an geeigneten Orten in der Innenstadt und an besonders stark frequentierten Orten in den Stadtteilen Trinkwasserbrunnen aufzustellen.

Da passt es bestens, dass die Fraktion ZUKUNFT SCHIERSTEIN im Schiersteiner Ortsbeirat bereits einen Tag zuvor in der Ortsbeiratssitzung am 12. Juli 2023 beinen Antrag stellt, Trinkwasserspender im öffentlichen Raum in Schierstein einzurichten – insbesondere an den stark frequentierten Plätzen am Schiersteiner Hafen und an ÖPNV-Haltestellen.

Politisch dürfte dem Anliegen also nichts im Wege stehen – hoffen wir, dass es auch zügig umgesetzt werden kann.


Ortsbeiratssitzung am 12. Juli 2023

Am 12. Juli 2023 ist wieder Ortsbeiratssitzung im Feuerwehrgerätehaus in Schierstein. Vor Eintritt in die Tagesordnung findet eine Fragestunde für Bürgerinnen und Bürger statt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sollten um 19 Uhr da sein und sich zu Wort melden. In Schierstein hält es der Ortsbeirat so, dass Bürgerinnen und Bürger Fragen zu den Punkten, die auf der Tagesordnung stehen, auch während der Sitzung stellen können.

Die Tagesordnung ist wieder vollgepackt:

Besonders "produktiv" war diesmal die AG Bau, Verkehr und Infrastruktur, die unter TOP 7 auch gleich mehrere Anträge zur Umsetzung der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung "Viel los in Schierstein" einbringt:

Zwei Anträge von Fraktionen im Ortsbeirat setzen sich auseinander mit:

Die AG Umwelt, Klima und Sauberkeit stellt unter TOP 8 einen Antrag zum

Die komplette Tagesordnung gibt es hier:
https://piwi.wiesbaden.de/sitzung/detail/3028410


Schiersteiner Jugendtag

Am Samstag, 24. Juni 2023, feiert Schierstein seinen 9. Jugendtag von 11 bis 18 Uhr auf dem Hans-Römer-Platz.

Los geht es um 11 Uhr mit Ständen der Schiersteiner Vereine, Schulen und Ausbildungsbetriebe. Sie stellen sich nicht nur mit Informationen vor, sondern bieten auch kulinarische Genüsse und Aktionen an. Beim Ergometer-, Drachenboot- und Kirchbootfahren der wassersporttreibenden Vereine kommen Sportbegeisterte und solche, die sich erst noch begeistern lassen möchten, genauso auf ihre Kosten, wie beim Tischtennis, Torwandschießen und an der mobilen Calisthenics-Anlage. Letztere sollen auch einen Vorgeschmack geben auf die Freiluft-Sporthalle, die demnächst unter der Schiersteiner Brücke entstehen soll.

Weniger schweißtreibend dürfte das Schachspiel mit der Freien Turnerschaft werden und auch bei der Brandschutzerziehung der Berufsfeuerwehr Wiesbaden ist eher ein kühler Kopf gefragt.

Einen Eindruck von ihren Aufgaben vermitteln die DLRG, die mit Wasserbecken und Fahrzeug dabei ist, und die Freiwillige Feuerwehr Schierstein mit einer Schauübung an der Spritzwand.

Rätselglück und Wissen lässt sich sowohl beim Bücherquiz der Leseratten, als auch bei der Schierstein-Rallye des Ortsbeirats, der ebenfalls mit einem Infostand anwesend ist, unter Beweis stellen.

Wer nach all dem frische Energie zuführen will, kann sich mit Pommes frites, Waffeln, Kuchen und Eiskaffee an den verschiedenen Ständen eindecken oder das Bühnenprogramm genießen mit der Flötengruppe der Eichendorffschule, den TG-Tanzmäusen und einer Taekwondo-Vorführung der Blue Sharks.

Weitere Informationen – auch zu den bisherigen Jugendtagen – gibt es unter https://www.jugendtag-schierstein.info.

 


Mehr Bäume für Schierstein?

Eine HR-Umfrage unter den zehn größten hessischen Städten ergab: Wiesbaden ist Schlusslicht in Sachen Stadtbäume.

Im HR-Bericht heißt es:

Wie wertvoll Stadtbäume sind, zeigt eine europäische Studie, die kürzlich im Wissenschaftsmagazin The Lancet veröffentlicht wurde. Die Forscher haben 93 Städte analysiert, unter ihnen auch Frankfurt. Das Ergebnis: Bäume kühlen die Stadt und können dadurch Leben retten. Europaweit ließe sich demnach die Zahl der Hitzetoten jedes Jahr um mehrere Tausend senken, wenn man die Zahl der Stadtbäume verdoppelte.

Auch in Schierstein fallen immer mehr Bäume und werden nicht ersetzt. Darum hatte Zukunft Schierstein sich im Frühjahr mit einem Antrag im Ortsbeirat dafür eingesetzt, dass mindestens der verbliebene Bestand öffentlicher Bäume erhalten bzw. durch Neupflanzungen mit für den Standort geeigneten Baumarten wiederbelebt wird. Die Antwort der Verwaltung auf diesen Antrag fällt lang aus, doch neue Bäume gibt es bisher an den allermeisten Standorten, wo gefällt wurde, nicht.


Offener Brief an Stadtverordnete zur Petition "Wiesbaden - Grund zum Leben"

Die Initiatorin der Petition "Wiesbaden – Grund zum Leben", die sich auf den Erhalt der Freiflächen im Westfeld richtet, hat sich in einem Offenen Brief an alle Wiesbadener Stadtverordneten gewendet. Sie möchte von den Rathausfraktionen bzw. den Stadtverordneten bis Ende dieses Monats erfahren:

"Unterstützen Sie bzw. Ihre Fraktion die Anliegen dieser Petition?"

In einem zweiten Offenen Brief hat sie vor kurzem ein Missverständnis aufgeklärt, das offenbar bzgl. der Forderung in der Petition nach einer Versorgung über möglichst lokale Trinkwassergewinnung kursiert. Der Offene Brief lautet wie folgt:

Die Kritik an der Forderung lautet, dass eine ausschließlich lokale Trinkwasserversorgung in Großstädten nicht möglich sei und Wasser immer von außen zugeführt werden müsse. Diese Kritik ist allerdings unberechtigt, da die Petition überhaupt keine überwiegende, ausschließliche oder hunderprozentige lokale Trinkwasserversorgung fordert. Im Gegenteil, die Petition hält sogar in ihrer Begründung ausdrücklich fest:

„Bereits heute kann Wiesbaden seinen Wasserbedarf nicht aus lokalen Ressourcen decken. Das Wasser stammt zu 40 Prozent aus dem Hessischen Ried und zu jeweils 30 Prozent aus den Wiesbadener Taunusstollen sowie dem Schiersteiner Wasserwerk. (Quelle: Wasserversorgungsbetriebe der Landeshauptstadt Wiesbaden). Schon jetzt besteht also ein Ungleichgewicht zwischen benötigtem Wasser und den Wiesbadener Ressourcen.“

Dass diese Abhängigkeit von „fremden Quellen“ (leider!) nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, liegt auf der Hand. Dies allein schon aus dem Grund, dass Wiesbaden zu den trockensten und heißesten Regionen in Deutschland gehört.

Die Petition fordert darum die Möglichkeiten der lokalen Trinkwasserversorgung nicht weiter zu schmälern („möglichst lokale Trinkwassergewinnung“) und dies aus gutem Grund:

Denn dass sich die Problematik der Trinkwasserversorgung gerade auch aus dem Wachstum von Städten und der damit einhergehenden Versiegelung und Vernichtung von Versickerungsflächen speist, ist auch kein Geheimnis. Dass dies zu Konflikten auch mit den „Zulieferern“ von Trinkwasser führt, macht unsere Nachbarstadt Frankfurt uns gerade – auf traurige Weise – vor: Siehe unter anderem die ARD-Doku „Die große Dürre“ vom August 2022 ab Minute 22:30: https://www.ardmediathek.de/video/dokus-im-ersten/die-story-im-ersten-die-grosse-duerre/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuLzZkOTI2YjA4LTg4ZWItNGRjYS1hOWJiLTEyZTBhZmY1Y2U1OA

Die Petition weist darum auch deutlich auf das Problem der Grundwasserneubildung hin, dass sich mit den aktuell bereits vor Sommerbeginn langfristig ausbleibenden Niederschlägen in unserer Region nachhaltig verschärft:

„Seit dem Jahr 2003 liegt außerdem die jährliche Grundwasserneubildung in Hessen unterhalb des langjährigen Mittelwertes. Ausgeprägte Nassjahre wurden in Hessen

seit 2003 nicht mehr beobachtet. (https://umwelt.hessen.de/sites/umwelt.hessen.de/files/2023-02/zukunftsplan_wasser.pdf, Seite 21).“


Bericht Stadtpolizei 2022

Was Falschparker in Schierstein und Feste in Wiesbadens Stadtmitte miteinander zu tun haben

– eine Zusammenfassung von Herbert G. Just

Es ist durchaus zu würdigen, dass die Stadtpolizei wiederum einen Tätigkeitsbericht vorlegt und es wäre wünschenswert, wenn andere Organe der Landeshauptstadt Wiesbaden dem folgen würden.

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Der Bericht 2022 ist der erste Bericht, der nach den personalintensiven Corona-Kontrollen 2021 wieder den Normalbetrieb abbildet. Dies bedeutet, dass die Stadtpolizei wieder Kapazitäten frei hat oder frei haben sollte für die ganz normalen Widrigkeiten des Alltags. Z.B. bei den Ruhestörungen: Hier verwundert, dass aus Schierstein im gesamten Jahr 2022 nur 17 Ruhestörungen gemeldet worden sein sollen (Seite 10). So häufig wie der Ortsbeirat bzw. einzelne Ortsbeiratsmitglieder zu dieser Problematik angesprochen werden, sollte man meinen, es wurden eher 170 Ruhestörungen gemeldet. Noch mehr verwundert aber die Aussage, dass für Ruhestörungen im privaten Bereich die Landespolizei zuständig sein soll. Das ist dem Bürger überhaupt nicht zu vermitteln. Und wenn bei nächtlichen Ruhestörungen dann auch noch das Umweltamt alarmiert werden soll, dann versteht der Bürger das Verschieben von Zuständigkeiten und Verantwortung überhaupt nicht mehr.

Auf Seite 11 wird über Hundekontrollen berichtet. Der Bericht 2019 enthielt die Aussage, dass im gesamten Jahr 2019 gerade mal ein einziges Verfahren wegen Hundekot durchgeführt worden war. Erstaunlich im Vergleich zu der Menge an Tretminen, die allein in Schierstein entlang der Wege liegen. Im aktuellen Bericht will man sich Peinlichkeiten rund um das Thema offenbar ersparen und weist diese Zahlen gar nicht mehr aus. Leider findet sich auch im Abschnitt Grünanlagen (Seite 15), die immer häufiger zu „Hundeklos“ verkommen (die Karl-Heinz-Bremser-Anlage ist bereits eins), dazu keine Aussage.

Warum eine Fahrradstaffel ins Leben gerufen wird, die dann nur 85 Einsätze (Seite 11) zustande bringt, erschließt sich mir nicht. Wir könnten die Einsätze auf dem Drahtesel gerade an der Hafenpromenade gut gebrauchen – eigentlich sogar an 365 Tagen im Jahr. Die Anzahl von 85 Einsätzen bedeutet, dass die Fahrradstaffel rechnerisch nur alle 4 Tage unterwegs ist – und das dürfte selten in Schierstein gewesen sein. Vielleicht ist das ja dem Wetter geschuldet: zu warm, zu kalt, zu trocken, zu nass – irgendwas ist immer.

Wussten Sie eigentlich, dass die Kontrollhäufigkeit in unserem Stadtteil zwar nicht unbedingt immer vom Wetter, aber wirklich immer von den Festen in der Stadt abhängt? Je häufiger in der Stadt gefeiert wird, umso weniger Stadtpolizeistunden bleiben für Schierstein. Das dürfte fast für jedes Wochenende gelten – aktuell auch: Wilhelmstraßenfest/Theatrium. Da sind nun alle Stadtpolizisten unterwegs – so auch die offizielle Antwort, wenn man bei der Stadtpolizei anruft, weil beispielsweise in der Schiersteiner Fußgängerzone (falsch-)geparkt wird. Dass Schierstein mindestens am Wochenende auch ein (Feier- und) Touristenhotspot ist, dem die Anwesenheit der Stadtpolizei zumindest ab und an ganz guttäte, ist in der Landeshauptstadt Wiesbaden offenbar noch nicht angekommen.

In diesem Sinne: Wer in Schierstein tun möchte, was er nicht sollte, richte sich künftig am besten nach dem Wiesbadener Veranstaltungskalender. Weist der eine Großveranstaltung in der Stadt aus, muss man in Schierstein keine Kontrolle fürchten – und die Anwohner dürfen auch keine erwarten.

Herbert G. Just


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