Zukunft Schierstein fordert: Erich Kästner- und Hafenschule umgehend an ihren jeweiligen Standorten sanieren und erweitern

Aktualisiert am 4. Dezember 2020

Die Erich Kästner-Schule und die Hafenschule sind seit mehr als zehn Jahren erweiterungs- und sanierungsbedürftig. Die Initiative Zukunft Schierstein fordert seit vielen Jahren die umgehende Sanierung und Erweiterung der Hafenschule und der Erich Kästner-Schule an ihren jeweiligen Standorten.

Die Stadt Wiesbaden sieht das anders. In den vergangenen Jahren nahm sie – mit einstimmiger Unterstützung aus dem Schiersteiner Ortsbeirat, aber gegen den Wunsch vieler Menschen in Schierstein – Planungen auf, den traditionsreichen Standort der Hafenschule aufzugeben und beide Schulen am Standort der Erich Kästner-Schule neu zu errichten: die sogenannte Campus-Lösung. Ein Plan, der nach langen Planungsjahren, viel Stillstand und der Schaffung vielfältiger kostspieliger Provisorien für beide Schulen im Herbst 2019 krachend scheiterte: Die Stadt hatte sich verkalkuliert. Es ist schlichtweg nicht möglich, auf dem Gelände der Erich Kästner-Schule eine größere Haupt- und Realschule, eine erweiterte Stadtteilbibliothek, eine dreizügige Grundschule und eine Dreifeldersporthalle, die für Zuschauerbetrieb geeignet ist, unterzubringen.

Im Januar 2020 wurde dann ein “Plan B” bekannt. Die Erich Kästner-Schule sollte auf eine derzeit landwirtschaftlich genutzte Fläche ausweichen – mitsamt Drei – oder sogar Vierfelder-Sporthalle. Die Hafenschule sollte auch umziehen und nun auf einem – deutlich kleineren – Teil des bestehenden EKS-Grundstücks neugebaut bzw. im alten Gebäude der EKS untergebracht werden.

Der größte Haken, dieser neuen Planungen: Der für den EKS-Neubau geplante Standort lag mitten im Trinkwasserschutzgebiet II und in einem potentiellen Kaltluftentstehungsgebiet. Das Umweltamt der Stadt Wiesbaden hatte bereits frühzeitig signalisiert, dass ein Bau im Trinkwasserschutzgebiet nicht möglich sei. Doch die Stadt war offenbar – entgegen aller Fakten – guter Dinge, dass das Regierungspräsidium in Darmstadt ein oder zwei Augen zudrücken könnte. Seit Anfang Dezember wissen wir: Auch das Regierungspräsidium lehnt den Bau an dieser Stelle (eigentlich doch wenig überraschend) ab.

Die Stadt Wiesbaden steht nun mit leeren Händen da. Ein Plan C wurde zumindest bislang (Stand 4. Dezember) nicht öffentlich präsentiert.

Die Initiative Zukunft Schierstein fordert weiterhin die Erneuerung der Erich Kästner- Schule am aktuellen Standort. Dass dies möglich ist, steht außer Frage: Es stehen hier 14.800 qm Fläche zur Verfügung, die durch eine effizientere Nutzung für eine Erweiterung der Schule ausreichen.

Auch an der Hafenschule sollte eine Sanierung und Erweiterung möglich sein – eine Machbarkeitsstudie von 2014 hat diesen Beweis bereits geführt. Auch wenn heute zum Teil andere konzeptionelle Anforderungen an den Schulneubau gelten, sollten diese der Erweiterung und Sanierung im Bestand nicht entgegenstehen. Eine bessere Lösung als eine seit Jahren ausgelagerte Betreuung und zum Teil sogar ausgelagerte Jahrgänge ins Fritz-Brüderlein-Haus mit Abstrichen beim Sportunterricht wäre dies allemal.

Hier geht es zu den Machbarkeitsstudien, auf denen die ursprünglichen Planungen zur Zusammenlegung der Schulen auf einem Schulcampus mit Dreifeldersporthalle basierten:

Hier geht es zum Vergleich der Raumprogramme für eine Dreizügige Grundschule von 2014 und 2018:

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